Ärzte Zeitung online, 13.10.2008

Gesetzliche Krankenkassen lehnen Freigabe von Cannabis ab

PASSAU (dpa). Die gesetzlichen Krankenkassen lehnen die Vergabe von Cannabis oder Cannabisprodukten auf Rezept ab. Die Verordnung und Anwendung von Stoffen sei abzulehnen, bevor etwa deren Nutzen hinreichend geprüft sei.

So heißt es in einer Stellungnahme des GKV- Spitzenverbands für den Gesundheitsausschuss des Bundestages, die der "Passauer Neuen Presse" (Montag) vorlag.

Der Ausschuss befasst sich an diesem Mittwoch in einer Sachverständigenanhörung mit Anträgen der Grünen- und der Linksfraktion, die eine erleichterte medizinische Verwendung von Cannabis beziehungsweise eine Freigabe zum Ziel haben.

Der GKV-Spitzenverband betont, ein Unterlaufen des erforderlichen Nutzennachweises für Cannabiszubereitungen sei medizinisch-wissenschaftlich nicht gerechtfertigt. In den Anträgen von Grünen- und Linksfraktion wird darauf verwiesen, dass Cannabis bei schweren Erkrankungen wie etwa HIV, Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen und Krebs Linderung für betroffene Patienten bewirke.

Lesen Sie dazu auch:
Streit um Cannabinoid für Todkranke

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