Ärzte Zeitung, 03.11.2008

Neues Diclofenac-Pflaster zur Schmerztherapie

Option für die konservative Schmerzbehandlung / Kontinuierliche Wirkstoffabgabe über zwölf Stunden

BERLIN (gvg). Für die lokale Therapie bei Schmerzen am Bewegungsapparat können Ärzte seit Kurzem auf ein neues Diclofenac-Pflaster (Flector® Schmerzpflaster) zurückgreifen. Es gewährleistet eine kontinuierliche Wirkstoffabgabe über zwölf Stunden.

Neues Diclofenac-Pflaster zur Schmerztherapie

Auch bei Tennisellbogen ist das neue Schmerzpflaster geeignet.

Foto: Pietsch

Das vom Unternehmen IBSA hergestellte Pflaster enthält 180 mg Diclofenac-Epolamin, das in ein mit Hydrogel überzogenes Polyestervlies eingelassen ist. Das Trägermolekül Epolamin ist amphiphil, hat also hydrophile und lipophile Eigenschaften. Das soll dazu führen, dass der Wirkstoff besser durch Hornhaut und Epidermis dringt. Die Löslichkeit in Wasser und in einem alkoholischen Lösemittel ist jeweils etwa doppelt so groß wie bei Diclofenac-Natrium, der üblichen Diclofenac-Zubereitung.

"Im Vergleich zum Gel hat das Pflaster eine längere Wirkdauer und führt auch dazu, dass die Wirkspiegel länger konstant bleiben", so Dr. Kerstin Warnke, Chefärztin für Sportmedizin an der Schulthess Klinik in Zürich. Das neue Pflaster ist in Deutschland für die Indikationen Sprunggelenksdistorsion und Epicondylitis (Tennisellbogen, Golferellbogen) zugelassen und kann verschreibungsfrei über Apotheken bezogen werden.

Auf einer von IBSA unterstützten Veranstaltung in Berlin stellte Warnke jetzt Daten zu dem Präparat vor. In zwei Doppelblindstudien ergab sich für die beiden Indikationen bei 134 und 190 Patienten eine statistisch signifikante Überlegenheit im Vergleich zu Placebo. "Etwa ab der vierten Stunde nach Applikation lindert das Pflaster die Schmerzen doppelt so gut wie Placebo", so Warnke.

In der Schweiz und in den USA ist das Pflaster bereits seit vielen Jahren auf dem Markt. Dort wird es auch bei anderen Indikationen angewandt, etwa bei Gonarthrose, bei entzündlichen Muskel- und Gelenkbeschwerden oder auch bei Rückenschmerzen. "Das Potenzial ist in jedem Fall wesentlich größer", betonte Dr. Thomas Pauly, niedergelassener Orthopäde in Düsseldorf. "Es umfasst letztlich die komplette orthopädische Schmerzpalette. Ich hoffe sehr, dass wir die weitergehenden Zulassungen auch in Deutschland bekommen werden."

Weitere Informationen auf

www.aerztezeitung.de

Das Pflaster enthält 180 mg Diclofenac-Epolamin.

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