Ärzte Zeitung online, 09.01.2009

Ärzte in Jena bauen europaweite Datenbank zur Schmerztherapie auf

JENA (dpa). Zur besseren Behandlung von Schmerzen nach Operationen starten Ärzte des Universitätsklinikums Jena eine europaweite Datenbank. Darin sollen sich die teilnehmenden Kliniken anhand anonymisierter Fälle über erfolgreiche Behandlungen informieren können.

An dem vom Universitätsklinikum koordinierten Projekt beteiligen sich bisher Kliniken aus sieben Ländern, darunter Schweden, Großbritannien und Frankreich. Gefördert wird es von der EU mit fast drei Millionen Euro.

Nach Informationen der Uniklinik werden in Europa jährlich mehr als 40 Millionen Menschen operiert, etwa die Hälfte leide nach dem Eingriff an starken Schmerzen. "Mittlerweile stehen wirkungsvolle Therapiemöglichkeiten zur Verfügung", sagte Dr. Winfried Meißner von der Schmerzambulanz des Universitätsklinikums. Diese sollen in der ständig aktualisierten Datenbank erfasst und verglichen werden. In Online-Formularen werden dafür Patienten- und Behandlungsdaten, Kosten sowie Informationen über das behandelnde Krankenhaus aufgenommen.

Zudem soll mit dem Register eine Schmerzbibliothek mit aktuellen Studienergebnissen aufgebaut werden. Zurückgreifen können die Ärzte auf ein bereits bestehendes deutsches Register, das vom Bundesgesundheitsministerium geleitet wird. Es umfasst Daten von etwa 45 000 Patienten.

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