Ärzte Zeitung, 19.06.2009

Schmerztherapie für Behinderte

Schmerztherapie für Behinderte

Schmerzen von Menschen, die diese nicht ausreichend artikulieren können, werden oftmals unterschätzt, fehlgedeutet oder ignoriert. Menschen mit schweren Behinderungen müssen zudem oft schmerzhafte medizinische Interventionen über sich ergehen lassen. Welche Dimension der Schmerz eines Menschen auch hat, es ist die Aufgabe von Ärzten, ihn zu erkennen, um ihn lindern zu können. Hierzu ist eine interdisziplinäre Herangehensweise nötig. In dem Buch "Leben pur - Schmerz" beleuchten 20 Autoren das Thema interdisziplinär aus verschiedenen Blickwinkeln: Mediziner, Psychologen, Sonderpädagogen, Theologen, Therapeuten sowie Eltern und Betroffene.

Vermittel wird ein Grundwissen zur Vielseitigkeit des Schmerzes. Lösungsansätze zum Erkennen und Bewältigen von Schmerzen werden vorgestellt. Das Buch enthält zudem eine Schmerzskala für Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Außerdem werden medizinische Möglichkeiten wie eine medikamentöse Therapie, Injektionen mit Botulinumtoxin oder homöopathische Ansätze dargestellt. Auch der Zusammenhang der Ernährung (etwa über eine Sonde) und der Kommunikation mit dem Schmerz wird thematisiert. Von sonderpädagogischer Seite werden Körper und Schmerz erkundet und aus theologischer Sicht der Umgang mit Schmerz und Leid erörtert. (eb)

Nicola J. Maier-Michalitsch (Hrsg.): Leben Pur - Schmerz bei Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen, verlag selbstbestimmtes leben des Bundesverbandes für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V., 2009, 279 Seiten, 17,40 Euro, ISBN: 978-3-910095-74-8

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie kommen Ärzte an benötigte Grippe-Vakzinen?

Gesundheitsminister Spahn hat die rechtliche Grundlage gelegt, Grippe-Impfstoffe unter Ärzten auszutauschen. Aber wie geht das vonstatten? Darüber scheint Unklarheit zu herrschen. mehr »

Mit Pflege-Ko-Pilot Gewalt vermeiden

Etwa 1,5 Millionen Menschen werden zu Hause ohne Hilfe von Profis gepflegt. Überforderung, Vernachlässigung und nicht selten auch Gewalt sind die Folgen. Jetzt wird über Hilfe für die Helfer nachgedacht. mehr »

Mehr Handhygiene in Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfekte bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »