Ärzte Zeitung, 21.09.2011

Schmerztherapeuten wollen integriert werden

MANNHEIM (bd). Der Schmerz muss im medizinischen Alltag und in der Forschung stärker ins Visier genommen werden, forderte Professor Rolf-Detlef Treede aus Mannheim im Vorfeld des Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim.

Fast ein Fünftel der Bevölkerung leidet unter Schmerzen. Die dadurch verursachten Kosten - in erster Linie durch Arbeitsunfähigkeit und Berentungen - würden in Deutschland auf 25 Milliarden Euro jährlich geschätzt, sagte der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) in Mannheim.

Bei rechtzeitiger spezialisierter Therapie wäre nach Einschätzung von Treede ein großer Teil der Kosten vermeidbar. In Deutschland gebe es aber zu wenig Schmerztherapeuten, so Treede mit Hinweis auf eine Untersuchung des DIMDI zur schmerztherapeutischen Versorgung.

Leuchtturm Mannheim

Danach wird hierzulande nur ein Fünftel des Bedarfs an Schmerztherapeuten gedeckt. Als besonders wichtig erachten die Fachgesellschaften die Integration der Schmerztherapie ins Medizinstudium.

Die Ausbildung in Schmerztherapie sei seit 2003 leider kein Pflichtfach im Medizinstudium mehr, bedauerte Treede. In der Ärzteausbildung an der Mannheimer Universitätsmedizin (UMM) hingegen werde großer Wert auf die Integration dieses Faches gelegt, sagte der Leiter des Schmerzzentrums an der UMM, Privatdozent Dr. Justus Benrath.

Im reformierten Medizincurriculum in Mannheim (MaReCum) gebe es seit einem Jahr ein verpflichtendes Curriculum über "Schmerzentstehung und Schmerztherapie" für alle angehenden Ärzte.

Topics
Schlagworte
Schmerzen (3617)
Berufspolitik (19625)
Organisationen
DGSS (80)
Krankheiten
Schmerzen (4727)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[22.09.2011, 18:11:12]
Dr. Birgit Bauer 
Sollte es doch n och Licht am Ende des Tunnels geben?
Als Schmerztherapeutin kann ich nur sagen, das ganze Gejammer der KK über Kostensteigerung ist sinnlos , wenn nicht endlich die Ursachen ins Visier genommen werden.
Mein Patientenklientel läuft durchschnittlich 6 Jahre in den unterschiedlichsten Praxen umher, lässt unsäglich viele Behandlungen und Diagnostik über sich ergehen ,bis mal ein Kollege auf die Idee kommt den Pat. zu einer Schmerzanalyse zu schicken !--- und siehe da, der Schmerz ist mit Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac gar nicht zu behandeln.
Die inzwischen durchgestandene Magenblutung war ziemlich überflüssig, samt der als notwendig erachteten Gastroskopien.
Ich glaube jeder weiter Kommentar erübrigt sich !!
M.f.G. Dr.B.Bauer zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Marathon geht Amateuren richtig ans Herz

Wer sich als Amateur an einen Marathon wagt, ist trotz regelmäßigen Trainings kardial gefährdet. Studienautoren geben einen Tipp, um das Herz nicht so stark zu belasten. mehr »

VR-Therapie dämpft Paranoia

Einfach mal ins Café gehen oder mit dem Bus fahren – für Patienten mit schwerer Paranoia ist das schwer vorstellbar. In einer virtuellen Umgebung können sie jedoch lernen, mit ihren Ängsten umzugehen. mehr »

Wie Physician Assistants im Job ankommen

Bewährt sich ein auf dem Papier geschaffener Gesundheitsberuf in der Praxis? Nach dem Studium schwärmen die „Arztassistenten“ in die Kliniken aus. Absolventin, Ausbilder und Chefarzt ziehen Bilanz. mehr »