Ärzte Zeitung, 10.04.2013

Kommentar zur Überweisungs-Krux

Hausgemachter Engpass

Von Rebekka Höhl

Es ist ein altes Lied - und so manchem Vertragsarzt mehr als bekannt: Nicht jede Änderung im EBM stärkt die ambulante Versorgung. Eine zu Beginn dieses Monats in Kraft getretene Regelung wird allen Anzeichen nach sogar das Gegenteil bewirken. Es geht um die neuen EBM-Ziffern für CT-gesteuerte schmerztherapeutische Interventionen, vor allem die EBM-Nr. 34504.

Dabei ist die Intention des Bewertungsausschusses gar nicht so verkehrt: Er hat den Zugang zu der Leistung an gewisse schmerztherapeutische Qualifikationen geknüpft. Im Sinne der Qualitätssicherung ist das nachzuvollziehen.

Ob jedoch die strengen Überweisungsregeln aus der Richtlinie für die ambulante Behandlung im Krankenhaus auch auf die Ebene der Vertragsärzte hätten übertragen werden müssen - hier muss man ein dickes Fragezeichen setzen.

Vielleicht nicht für urbane Regionen. Aber in den ohnehin schon in Sachen Versorgung gebeutelten ländlichen Regionen ist der neue Engpass, der nun in der Schmerztherapie entsteht, evident.

Denn dort sitzen von den bundesweit 1500 bis 2000 Schmerztherapeuten, die die Überweisung noch ausstellen dürfen pro 30.000 Patienten - im glücklichen Fall - vielleicht ein oder zwei. Und diese Ärzte arbeiten oft bereits an der Kapazitätsgrenze. Eine gute, qualitativ hochwertige Versorgung sieht anders aus.

Lesen Sie dazu auch:
CT-gesteuerte Schmerztherapie: Die Krux mit der Überweisung

[10.04.2013, 11:59:28]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
EBM, GBA, PRT, "ARD, ZDF, C&A...HNO, EKG und AOK, LBS, WDK und IHK" (Fanta-4)
Selbst in Dortmund dauert es häufig über 3 Monate, bis meine Patienten/-innen einen Termin beim qualifizierten Schmerztherapeuten ergattern können. In einer fußläufig von meiner Praxis aus erreichbaren interventionellen Radiologie-Praxis macht u. a. ein Spezialist seit über 18 Jahren bei gezielter Indikation PRTs mit guten, sehr guten und exzellenten Ergebnissen. Weshalb muss dann ein eh' schon völlig überlasteter Schmerztherapeut von einem profilierungssüchtigen gemeinsamen Bewertungsausschusses (GBA) mehrfach zwangsweise zwischengeschaltet werden?

Ach ja, um einen n i c h t qualitätsgesicherten Dokumentations- und Evaluationsbogen auszufüllen, der von einem empirischen Sozialforscher ba(h)r jeglicher medizinischer Qualifikation entworfen wurde?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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