Ärzte Zeitung, 23.09.2013

Fibromyalgie

TENS reduziert den Bewegungsschmerz

Neue Hoffnung für Fibromyalgie-Patienten: Mit einer einzigen TENS-Behandlung lässt sich die körpereigene Schmerzhemmung verbessern. Das zeigt eine US-Studie.

Von Christine Starostzik

TENS reduziert den Bewegungsschmerz

Nach TENS-Behandlung war die konditionierte körpereigene Schmerzhemmung deutlich stärker.

© fotosmile777 / Fotolia.com

IOWA CITY. Die Fibromyalgie wird als klinisches Syndrom mit chronischem Muskelschmerz, Müdigkeit und Erschöpfung sowie eine Druckschmerzhaftigkeit bestimmter Stellen (Tender points) charakterisiert.

Die Wirkung der TENS bei 40 Patienten mit Fibromyalgie und entsprechend zentraler Übererregbarkeit und verminderter Schmerzhemmung haben jetzt Dana L. Dailey und ihre Kollegen von der University of Iowa untersucht (Pain 2013; online 27. Juli).

In der doppelblinden, placebokontrollierten Cross-over-Studie wurden die Probanden in drei Gruppen randomisiert (active TENS, Placebo-TENS und kein TENS).

Vor und nach der einmaligen Behandlung wurden folgende Parameter bewertet: Schmerzstärke, Erschöpfung in Ruhe und unter Bewegung, Druckschmerzgrenze (Pressure Pain Threshold, PTT), 6-Minuten-Gehtest (6MWT), Bewegungsamplitude (Range of motion, ROM), Fünfmal Sitzen und Aufstehen Test (five time sit to stand test (FTSTS) und Einbeinstand (Single leg stance, SLS).

Effekt erst bei Bewegung erkennbar

In Ruhe zeigte sich in allen Gruppen eine ähnliche durchschnittliche Schmerzstärke. Unter Bewegung (6MWT) verbesserten sich in der active-TENS-Gruppe (TENS 60-75 min, zervikal oder lumbal) gegenüber beiden Kontrollgruppen sowohl die Schmerzintensität als auch die Erschöpfung signifikant.

Unmittelbar nach TENS war die Druckschmerzgrenze (PTT) in den behandelten Bereichen an der Wirbelsäule, aber auch an unbehandelten Beinen gegenüber den Kontrollen gestiegen.

Zudem wurde direkt nach der active-TENS-Behandlung eine deutlich stärkere konditionierte körpereigene Schmerzhemmung (Conditioned Pain Modulation, CPM) festgestellt. Funktionelle Verbesserungen (ROM, SLS, FTSTS, 6MWT) konnten durch die Therapie nicht erreicht werden.

Da die Messungen zur Symptomverbesserung direkt im Anschluss an die Stimulation stattfanden, stellt sich nun die Frage, ob eine häufigere oder über einen längeren Zeitraum angewendete TENS die Erfolge weiter steigern kann.

Die Schmerzschwelle erhöhte sich

Fazit: Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) kann bei Patienten mit Fibromyalgie eine kurzfristige Symptomverbesserung unter Bewegung erreichen.

In einer US-Studie erhöhte sich die Schmerzschwelle nicht nur direkt am Wirkort der TENS, sondern auch an unbehandelten Stellen. Zudem waren direkt nach der Therapie die körpereigene Schmerzhemmung sowie die Müdigkeit verbessert.

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