Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 18.12.2015

Kommentar zur palliativen Sedierung

Der letzte Dienst

Von Elke Oberhofer

Es gibt Situationen am Lebensende eines unheilbar Kranken, in denen herkömmliche palliative Maßnahmen nicht mehr greifen. Nicht beherrschbare Atemnot bei Lungenfibrose zum Beispiel oder unkontrollierbare Durchbruchschmerzen bei Krebs.

Letztere können so übermächtig werden, dass im Bewusstsein des Sterbenden kein Raum mehr bleibt für Dinge, die er noch sagen, denken, tun will.

In solchen Fällen ist es für den Arzt nicht nur moralisches Gebot zu helfen, es ist auch seine ärztliche Pflicht. Mit der palliativen Sedierung steht ein entsprechendes Instrument zur Verfügung. Dabei bekommt der Patient ein Benzodiazepin infundiert, mit dem Ziel, die Symptomlast zu reduzieren. Dieses Vorgehen als "Euthanasie" zu verteufeln, ist falsch. Die Intention ist, dem Patienten beizustehen, und nicht, dessen Leben zu beenden.

Es gibt Sterbeprozesse, die, so der Münchner Medizinrechtsexperte Wolfgang Putz, "sogar eine Palliation gebieten, die das Leben verkürzt oder verkürzen könnte".

Dass eine tiefe Sedierung, die das Bewusstsein des Patienten bis zum Tod ausschaltet, das Sterben beschleunigt, trifft einer aktuellen Studie zufolge wahrscheinlich nicht einmal zu. Aber auch das wäre kein Grund, die Maßnahme einem schwer Leidenden in seinen letzten Stunden vorzuenthalten.

Lesen Sie dazu auch:
Palliative Sedierung: Kein Turbo für den Tod

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freizeitsportler gefährden ihre Herzgesundheit mit Doping

Fast jeder sechste Freizeitsportler nimmt inzwischen herzschädigende Arzneimittel zur Verbesserung von Fitness und Körperoptik. Vor allem der Anteil weiblicher User steigt. mehr »

Welche Bakterien mit uns U-Bahn fahren

In der Hongkonger U-Bahn sind morgens andere Keime zu finden als im abendlichen Berufsverkehr. Gefährlicher sind Metro-Linien mit höherem Verkehrsaufkommen aber wohl nicht, wie eine Studie ergeben hat. mehr »

Umsatzchancen von Hausärzten hängen stark von KV-Region ab

Niedrige Fallzahlen, aber teilweise auch niedrige Fallwerte: Hausärzte in Hamburg und Berlin haben es als Vertragsärzte nicht leicht. Ihre Kollegen in Thüringen und Sachsen-Anhalt erwirtschaften deutlich mehr. mehr »