Ärzte Zeitung online, 06.02.2017

Therapie

Kein Schmerzgedächtnis – keine Chronifizierung

Eine starke Wirksamkeit mit guter Verträglichkeit bei Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit. Diesen Ansprüchen an eine effektive Schmerztherapie wird Tapentadol gerecht.

KÖLN. "Ziel der Schmerztherapie ist es, eine rasche und anhaltende Schmerzlinderung bis hin zur Schmerzfreiheit zu erreichen", erinnerte Dr. Bettina Kern, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Wiesbaden. Nur so könnten schmerzbedingte Einschränkungen vermieden und eine Schmerzchronifizierung verhindert werden. Die gelte insbesondere für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Häufig werde zu lange mit nebenwirkungsbelasteten NSAR experimentiert, bevor ein stark wirksames Opioid wie Tapentadol (Palexia®) zum Einsatz komme. Ein solches sollte so früh wie möglich, so lange wie nötig und ausreichend hoch dosiert eingesetzt werden. Nur so könne die Chronifizierung verhindert werden. "Besser befristet knackig als lebenslang unzureichend behandeln", sagte die Allgemeinmedizinerin bei einer von Grünenthal unterstützten Veranstaltung in Köln. Das Schmerzgedächtnis dürfe erste gar nicht zum Nachdenken kommen.

Die besondere Wirksamkeit von Tapentadol beruht auf seinem dualen Wirkmechanismus. Die Substanz ist einmal ein μ-Rezeptor-Agonist, wodurch die Überaktivität von Schmerzsignalen im peripheren und zentralen Schmerzsystem herunterreguliert wird. Zum anderen hemmt Tapentadol die Wiederaufnahme von Noradrenalin und stellt so die ausgefallene körpereigene Schmerzhemmung wieder her.

Angesichts dieses Wirkmechanismus garantiert die Substanz auch eine gute Wirksamkeit bei Schmerzen mit einer neuropathischen Komponente, die sich bei etwa 90 Prozent aller Patienten mit Rückenschmerzen findet. "Unter Tapentadol kommt es bei Rückenschmerzen mit und ohne neuropathischer Komponente zu einer schnellen und effektiven Schmerzreduktion bis hin zur Schmerzfreiheit", erläuterte Dr. Lilit Flöther, Oberärztin an der Anästhesiologischen Universitätsklinik in Halle / Saale. Die Substanz sei auch besser verträglich als andere gängige starke Schmerzmittel und lasse sich schnell und unproblematisch hoch- und eventuell runterdosieren. Sie sei für junge und alte Menschen gleichermaßen geeignet.

Vorteilhaft für den verordnenden Arzt ist auch, dass für Tapentadol Rabattverträge mit den Krankenkassen ausgehandelt wurden, sodass die Verordnung dieser Substanz dem Wirtschaftlichkeitsgebot entspricht, mit anderen Worten, das individuelle Regressrisiko wird gesenkt. (sti)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Asthma – oder nur zu dick?

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über "Asthma" klagen, ist Vorsicht geboten. Denn oft sind die Symptome kein pneumologisches Problem. mehr »

WHO veröffentlicht die ICD-11

Nach 26 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation die Klassifikation der Todesursachen und Krankheiten auf eine neue Grundlage gestellt. Die ICD-11 ist am Montag veröffentlicht worden. mehr »

Warum Patienten aggressiver werden

Dass Patienten Ärzte verbal angreifen und bedrohen, kommt in Deutschland immer häufiger vor. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielerorts wappnen sich Mediziner in Praxen und Kliniken gegen die stärker aufkommende Gewalt. mehr »