Ärzte Zeitung, 18.07.2007

Sommerakademie 2007

Abspecken plus Sport: Die Kombi punktet bei Arthrose am meisten

Muskelkraft entlastet Gelenke / Weniger schädigende Stoffe aus dem Fettgewebe

NEU-ISENBURG (hub). "Der Zusammenhang zwischen Muskelkraft und Arthrose wird bisher noch zu wenig beachtet", sagt Dr. Ulrich Thiem vom Marienhospital in Herne. Patienten muss deshalb klar gemacht werden: Regelmäßiges Muskeltraining entlastet auf natürliche Art Knie- und Hüftgelenke.

Jedem dritten Patienten mit Arthrose tut das Knie weh. Arzneien und nicht-medikamentöse Therapien lindern Schmerz und Entzündung. Foto: imago

Viele Arthrose-Patienten haben Übergewicht. Dann zum Abspecken zu raten sei zwar gut gemeint, so Thiem. Doch viele Patienten hätten nun einmal Probleme, dieses Ziel zu erreichen. "Mein Ansatz ist, das Übergewicht nicht zu stark zu betonen", so Thiem. Muskelkraft mindere die negativen Effekte von Übergewicht auf Gelenke, der Muskelaufbau wirke schnell und auch trotz des Übergewichts. Und letztlich nehmen die Patienten so auch ab, so Thiem.

Wie wichtig neue Ideen zur Therapie bei Arthrose sind, wird für Thiem auch aus den Ergebnissen der Herner Arthrose-Studie klar. Die große epidemiologische Studie zu Arthrose in Deutschland ist heute auch Thema der Sommer-Akademie. Thiem ist einer der Leiter der Studie. Sie hat unter anderem ergeben, dass jeder fünfte Arthrose-Kranke Schmerzen sogar beim Gehen auf ebener Erde hat.

Sport und auch dadurch bedingtes Abspecken tun bei Arthrose aber nicht nur großen Gelenken gut. Auch arthrotisch veränderte Fingergelenke profitieren. Denn: Fettgewebe setzt unter anderem Leptin frei, und Leptin fördert die Degeneration der Matrix. Verschwinden Fettpölsterchen, sinkt auch der Spiegel von Leptin.

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