Ärzte Zeitung online, 25.10.2010

Neue Operationstechniken bei Rissen im Schultergelenk

Orthopäden und Unfallchirurgen tagen vom 26. bis 29. Oktober in Berlin

BERLIN (eb). Altersbedingte Abnutzungsprozesse im Schultergelenk sind häufig: Bis zu 50 Prozent der älteren Menschen haben kleine Risse im Schultergelenk, ohne es zu wissen. Liegt ein schmerzhafter Riss vor, muss operiert werden, um das Gelenk wieder bewegen zu können.

Neue Operationstechniken bei Rissen im Schultergelenk

Kaputtes Schultergelenk: Experten diskutieren in Berlin neue Op-Techniken.

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Welche der verschiedenen Operationstechniken die besten Ergebnisse erzielt, ist zurzeit eine der aktuellen Fragen in der Unfallchirurgie und eines der Schwerpunktthemen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 26. bis 29. Oktober 2010 in Berlin.

Vier Muskeln, die den Oberarmknochen in der Gelenkpfanne halten und für die Oberarmführung verantwortlich sind, bilden die Rotatorenmanschette. Sie ist der Schlüssel zu einem gesunden Schultergelenk, allerdings auch einem erheblichen Verschleiß in zunehmendem Alter ausgesetzt: Die meisten Betroffenen sind jenseits des 50. Lebensjahres.

Der Riss der Rotatorenmanschette ist eine sehr schmerzhafte Verletzung und muss operativ behoben werden. Hier stehen bisherige offene Operationstechniken moderneren Verfahren, wie arthroskopischen Eingriffen, gegenüber.

"Bis heute ist noch nicht abschließend geklärt, welche dieser Techniken tatsächlich vorzuziehen ist", erläutert Professor Norbert Südkamp, Tagungspräsident des DKOU 2010 und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Die Ergebnisse seien in beiden Fällen gleichwertig.

Betroffene wünschen meistens eine arthroskopische Behandlung: Ein solcher Eingriff bedeutet für sie ein geringeres Risiko für Blutverlust oder Infektionserkrankungen sowie kleinere Narben. Die Kliniken und Krankenhäuser haben damit jedoch ein Finanzierungsproblem. Zahlreiche Einmalartikel machen die arthroskopischen Verfahren im Vergleich zu offenen Operationen um etwa 900 Euro teurer.

"Die Orthopäden und Unfallchirurgen stehen an dieser Stelle vor der Wahl", so Südkamp. "Entweder sie verlieren den Patienten oder sie verursachen nicht gedeckte Kosten." Die Fachärzte diskutieren in Berlin deshalb nicht nur über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Techniken, sondern auch darüber, ob und wie Kliniken solche Eingriffe finanzieren können.

Südkamp wird auf dem DKOU am Freitag, den 29. Oktober 2010, zwei Vortragsveranstaltungen leiten, die auf neueste Erkenntnisse und Methoden in der Schulterprothetik eingehen.

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