Ärzte Zeitung, 21.12.2004

Mit nur drei Fragen läßt sich ein Verdacht auf Migräne erhärten

Aussagekraft des Drei-Fragen-Screenings bestätigt / US-Studie mit 3000 Patienten

SPRINGFIELD (gwa). Mit drei standardisierten Fragen nach typischen Symptomen können Hausärzte einfach und schnell feststellen, ob ein Patient mit wiederkehrenden Kopfschmerzen eine Migräne hat.

Die Fragen sind: Haben Sie rezidivierend Kopfschmerzen, die Sie im Alltag behindern? Dauern die Schmerzen mindestens vier Stunden? Haben Sie in den vergangenen sechs Monaten neue oder andersartige Kopfschmerzen bekommen? Migräne wird diagnostiziert, wenn die ersten beiden Fragen mit Ja, die dritte mit Nein beantwortet wird.

    Screening funktioniert bei vier von fünf Migräne-Patienten.
   

Das Team um Dr. Roger K. Cady vom Kopfschmerz-Zentrum in Springfield im US-Staat Missouri hat jetzt bei mehr als 3000 Patienten mit bekannter Migräne die Wertigkeit eines Drei-Fragen-Screenings geprüft. Die Patienten waren Teilnehmer einer Studie, in der die Ansprechraten auf ein Triptan untersucht wurden (Headache 44, 2004, 323).

Bei den Probanden war Migräne vor Beginn der Studie festgestellt worden, und zwar entweder anhand der Kriterien der Internationalen Migräne-Gesellschaft IHS, aufgrund der klinischen Einschätzung eines Studienarztes oder der Anamnese der Patienten, die berichteten, immer wieder im Alltag durch Kopfschmerzen behindert zu werden.

Ergebnis: Bei etwa vier von fünf Patienten konnte mit den drei Fragen nach Einschränkungen im täglichen Leben, nach Dauer der Attacken sowie der Gleichartigkeit der Schmerzen über mindestens sechs Monate Migräne festgestellt werden. Deshalb befürworten die Kollegen, daß Hausärzte mit den drei Fragen Kopfschmerz-Patienten auf Migräne screenen.

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