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Ärzte Zeitung, 10.11.2005

Vier Fragen klären Qualität der Migränetherapie

Untersuchung bei 2500 Patienten ergab Defizite mit aktueller Therapie / Wechsel auf ein Triptan brachte Vorteile

BREMEN (sko). Mit einem Migräne-Fragebogen (Migraine ACT, Migraine Assessment of Current Therapy Questionnaire) steht Kollegen in der Praxis ein einfaches Tool zur Verfügung, mit dem sie die Wirk-samkeit der aktuellen Migräne-Therapie ihrer Patienten schnell und effizient erfassen können. Wird eine der vier Fragen mit verneint, sollte die Therapie überdacht werden.

Das sind die vier Fragen des Migräne-Fragebogens:

  • Wirkt die Migränemedikation immer gleich?
  • Verschwinden die Kopfschmerzen nach zwei Stunden?
  • Können gewohnte Tätigkeiten nach zwei Stunden wieder aufgenommen werden?
  • Kann der Tagesablauf sicher geplant werden?

Nach Ansicht von Dr. Astrid Gendolla von der Schmerzambulanz der Uni Essen ist der dritte Punkte besonders wichtig: "Es nützt ja nichts, wenn man kopfschmerzfrei ist, sich aber nicht auf seine geplante Tätigkeit konzentrieren kann, weil man so müde ist", sagte Gendolla beim Schmerzkongreß in Bremen.

Bei einem von dem Unternehmen MSD organisierten Symposium stellte Gendolla eine Beobachtungsstudie mit knapp 2500 Patienten mit zwei oder mehr Attacken im vorangehenden Monat vor. Es wurde mit Hilfe des "Migraine ACT" der Erfolg eines Medikamentenwechsels überprüft.

    Fragebogen läßt sich in der Praxis einfach anwenden.
   

Die Ergebnisse wiesen auf erhebliche Probleme mit der aktuellen Akuttherapie hin: 71 Prozent der Patienten verneinten die Frage nach gleichbleibender Wirksamkeit. 80 Prozent konnten nach zwei Stunden ihre gewohnte Tätigkeit nicht wieder aufnehmen. 85 Prozent gaben an, wegen ihrer Migräne ihren Tagesablauf nicht mehr unbeschwert planen zu können.

Anschließend erhielten Patienten, die bislang kein Rizatriptan (Maxalt®) erhalten hatten, 10 mg des Medikaments zur Akuttherapie. Nach drei weiteren Attacken wurden sie erneut befragt. 80 Prozent gaben an, daß mit diesem Medikament nach 60 Minuten eine Schmerzlinderung eingetreten sei.

Auch die Auswertung des "Migraine ACT" belegte eine deutliche Besserung. "Alle Antworten haben sich eindeutig in den positiven Bereich verschoben", sagte Gendolla. Etwa 74 Prozent gaben nun eine gleichbleibende Wirksamkeit an, und 77 Prozent konnten ihre gewohnte Tätigkeit nach zwei Stunden wieder aufnehmen.

Für Kollegen, die sich rasch in das Thema "Migräne" einlesen wollen: Das Springer Lexikon Medizin enthält eine Abhandlung zur "Migräne". Autor ist Dr. Günther Schumann, Arzt für Neurologie und Psychiatrie in Bochum.

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