Ärzte Zeitung, 07.12.2005

Mehr empfohlene Optionen zur Migräne-Therapie

MÜNCHEN (sto). Die neue Leitlinie zur Migräne-Therapie, die die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zum Jahresbeginn als Kurzversion ins Internet stellen will, erweitert die empfohlenen Therapiemöglichkeiten. Einige Details wurden jetzt vorgestellt.

Nach den Therapieempfehlungen der DMKG haben Triptane in der Akuttherapie bei Migräne die beste Wirksamkeit, berichtete Professor Stefan Evers, Neurologe von der Uni Münster und Präsident der DMKG bei einer Veranstaltung der Gesellschaft in München.

Empfohlen wird, Triptane gleich zu Beginn einer Kopfschmerz-Attacke einzunehmen, weil dann die Wirksamkeit am besten ist. Aber: Geht der Migräne eine Aura voraus, sollten Betroffene mit der Einnahme warten, bis die Aura abgeklungen ist, sagte Evers.

In der neuen Leitlinie zur Migräne-therapie wurden einige Analgetika neu bewertet und wurde die Liste der Medikamente zur Prophylaxe ergänzt, berichtete Evers. Erstmals wird psychologisch-verhaltensmedizinischen Verfahren bescheinigt, daß sie in der Prophylaxe genauso wirksam sind wie Pharmakotherapien.

Für Patienten werden jetzt auch außer Medikamenten verhaltenstherapeutische Strategien wie Biofeedback, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder kognitives Schmerzbewältigungstraining empfohlen.

Bei leichten Migräneattacken sind ASS, Ibuprofen, Diclofenac-K und Paracetamol gemäß der Leitlinie nach wie vor Mittel der ersten Wahl. Nach einer neuen Studie ist die Kombination ASS, Paracetamol und Koffein wirksamer als die Kombination ohne Koffein und wirksamer als die Einzelsubstanzen.

Um einen medika-menteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden, sollten Schmerz- und Migränemittel höchstens an zehn Tagen pro Monat und maximal drei Tage hintereinander eingenommen werden, sagte Evers.

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