Ärzte Zeitung, 01.12.2005
 

Kopfschmerz kommt regional verschieden oft vor

Größte epidemiologische Studie in Deutschland zu Kopfschmerz  /  Bislang kaum verläßliche Zahlen zur Häufigkeit

MÜNCHEN (sto). Jede dritte Frau und fast jeder fünfte Mann in Deutschland hat mindestens einmal im Monat Kopfschmerzen. Das ergeben Daten einer epidemiologische Studie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) mit mehr als 7000 Erwachsenen und über 3300 Jugendlichen.

Die Daten der Studie, bei der es sich um die größte ihrer Art in Deutschland und die viertgrößte weltweit handelt, wurden in der Region Augsburg, in Dortmund und in Vorpommern erhoben. Kopfschmerzen gehörten zwar zu den häufigsten Schmerzsyndromen, verläßliche Zahlen zur Häufigkeit von Kopfschmerzen, Migräne und Spannungskopfschmerz fehlten bislang jedoch. Darauf wies der Neurologe Dr. Volker Pfaffenrath aus München bei einer Veranstaltung der DMKG hin.

      10 300 Menschen nahmen an
der Studie teil.
   

Nach den Studiendaten gibt es geschlechtsspezifische und regionale Unterschiede. So ist Spannungskopfschmerz in allen drei Regionen bei Männern und Frauen am häufigsten. Allerdings streut die Häufigkeit bei Frauen zwischen 17 Prozent in Dortmund und 24 Prozent in Augsburg. Bei den Männern sind zwischen 13 Prozent in Vorpommern und 25 Prozent in Augsburg betroffen.

Erklärungen für die Unterschiede gibt es nach Angaben der DMKG bislang nicht. Migräne ist weniger häufig, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. In Augsburg haben knapp 14 Prozent der Frauen Migräne, in Dortmund 13 Prozent und in Vorpommern neun Prozent der Frauen.

Kopfschmerzen als Folge von ständiger Einnahme von Analgetika oder Migränemitteln kommen bei 1,4 Prozent der Frauen in allen drei Studienregionen vor. Bei Männern liegt die Prävalenz des schmerzmittelinduzierten Kopfschmerzes in Augsburg und Dortmund unter einem Prozent. Die Häufigkeit von Kopfschmerzen geht sowohl bei Männern als auch bei Frauen etwa ab dem 45. Lebensjahr zurück.

Für die Untersuchung, die internationale Studiendaten im wesentlichen bestätigt hat, hat die DMKG zusammen mit mehreren Sponsoren aus der pharmazeutischen Industrie 500 000 Euro zur Verfügung gestellt.

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