Ärzte Zeitung, 10.04.2007

"Triptan-Verordnung ist auch mit Bonus-Malus machbar."

Tipps zu wirtschaftlichem Umgang und zur Therapie

FRANKFURT AM MAIN (mar). Triptane gehören zu den Wirkstoffgruppen, die in der Bonus-Malus-Regelung erfasst sind. Als Leitsubstanz wurde hier Sumatriptan in der 50 mg-Dosierung festgelegt. Nicht für jeden Migräne-Patienten ist Sumatriptan jedoch das geeignete Triptan. Darauf haben Migräne-Experten beim Schmerztag in Frankfurt am Main hingewiesen.

Doch trotz Bonus-Malus: "Eine differenzierte Triptan-Therapie ist weiterhin möglich!", so die Überzeugung von Professor Stefan Evers, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft.

Für jeden Migräne-Patienten müsse je nach Begleitsymptomen und individuellen Bedürfnissen das geeignete Triptan in richtiger Dosierung und Formulierung gewählt werden, betonte Professor Hans-Christoph Diener aus Essen. So sei bei Patienten, bei denen es bereits zu Beginn der Migräne-Attacke zu Erbrechen kommt, ein orales Triptan sinnlos. Und Patienten mit Übelkeit sind meist nicht bereit, ein Triptan mit einem Glas Wasser zu schlucken. Für sie sei zum Beispiel eine Schmelztablette eine Alternative.

Auch Dauer und Stärke der Migräne-Attacke und Wiederkehrkopfschmerzen haben bei der Wahl des Triptans eine Bedeutung. Ebenso die Verträglichkeit und der Wunsch der Patienten nach rascher Schmerzfreiheit, erinnerte Diener bei einem von MSD unterstützten Symposium. Hier unterscheiden sich die Triptane im Wirkprofil. In Studien habe Rizatriptan (Maxalt®® und Maxalt®® lingua Schmelztabletten) signifikant besser abgeschnitten als andere Triptane, was etwa die Parameter Schmerzfreiheit nach zwei Stunden, Wirkdauer, Wiederkehrkopfschmerzen, Arbeitsfähigkeit und Patientenzufriedenheit betreffe, sagte Diener.

Er erinnerte zudem daran, dass Triptane um so besser wirken, je früher sie bei einer Migräne-Attacke eingenommen werden. Patienten mit häufigen Attacken sollten eine medikamentöse Prophylaxe erhalten.

Für Patienten mit Wiederkehrkopfschmerzen nannte er drei Strategien: Erstens der Rat zur erneuten Triptan-Einnahme, wenn die Kopfschmerzen wieder auftreten. Zweitens die Verschreibung eines NSAR mit langer Wirkungsdauer in ausreichend hoher Dosis, etwa 600 bis 800 mg Ibuprofen. Drittens gleich zu Beginn der Attacke vorbeugend ein Triptan kombiniert mit einem langwirksamen NSAR zu empfehlen.

Einem Patienten das für ihn richtige Triptan zu verordnen sei auch in Zeiten von Bonus-Malus wirtschaftlich machbar. Es komme dann auf den Verordnungsmix an, betonte Diener: Patienten, die mit Sumatriptan zurechtkommen, sollten dieses weiterhin erhalten. Wenn möglich, sei ein Generikum die Alternative. Auch die Verordnung größerer Packungen sei für Ärzte wirtschaftlicher, da sie ihre durchschnittlichen Tagestherapiekosten senken könne. Auf diese Weise könne das Risiko, in eine Malus-Prüfung zu geraten, deutlich vermindert werden.

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