Ärzte Zeitung, 16.11.2007

Praxistipps zur Diagnostik bei Kopfschmerzen

DÜSSELDORF (hub). Trigemino-autonome Kopfschmerzen wie Clusterkopfschmerz lassen sich leicht von Spannungskopfschmerz und Migräne unterscheiden: Die Patienten haben außer den Schmerzen autonome Symptome wie herabhängende Lider, Pupillenverengung und Schweißbildung im Gesicht.

Die häufigsten trigemino-autonomen Kopfschmerzen sind Clusterkopfschmerz und die paroxysmale Hemikranie, erinnerte Dr. Achim Frese vom Uniklinikum Münster beim Medica-Kongress. Bei beiden Arten haben die Patienten einseitige, extrem starke Kopfschmerzen.

Werden diese beiden Kopfschmerzformen anhand zusätzlicher Symptome - etwa Ptosis und Miosis - von Migräne und Spannungskopfschmerzen abgegrenzt, ist ihre Unterscheidung in der Praxis einfach und schnell: Häufigkeit und Dauer der Attacken unterscheiden sich deutlich. Clusterkopfschmerzen halten meist zwischen 15 und 180 Minuten an, Attacken gibt es im Mittel 0,5- bis 8-mal am Tag.

Patienten mit paroxysmaler Hemikranie klagen über mehr als fünf Attacken pro Tag, die aber nur 2 bis 30 Minuten anhalten, so Frese. Weiteres Unterscheidungsmerkmal: Clusterkopfschmerz kommt häufig nachts, die Patienten bewegen sich dann oft. Bei paroxysmaler Hemikranie neigen Patienten eher zu völliger Ruhe.

Therapeutisch gibt es bei Clusterkopfschmerz als erste Option die inhalative Sauerstoff-Therapie mit mindestens 7 l/Minute. Das hilft 70 Prozent der Patienten. Die anderen 30 Prozent profitieren von Sumatriptan in einer schnellen Applikationsform, also subkutan oder intranasal. Erste Therapie-Option bei paroxysmaler Hemikranie ist Indometacin, das von 25 mg bis auf 250 mg/Tag aufdosiert werden kann. Alternative: 50 mg intramuskulär.

www.dmkg.de hat weitere Infos und Leitlinien zur Therapie von Patienten mit Kopfschmerzen

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