Ärzte Zeitung, 20.04.2010
 

Wirksamkeit von ASS bei Migräne bestätigt

Migräneattacken können mit hoch dosierter Acetylsalicylsäure ähnlich gut gelindert werden wie mit Sumatriptan.  Das hat eine systematische Analyse der Daten von 13 Studien mit 4222 Patienten verdeutlicht.

OXFORD (mar). Für ihre Analyse (Cochrane Database of Systematic Reviews, April 2010 online) haben Forscher von der Universität Oxford nur randomisierte, doppelblinde Studien berücksichtigt, in denen 900 mg oder 1000  mg ASS - mit oder ohne 10 mg Metoclopramid - gegen Placebo oder Verum (meist Sumatriptan oral) getestet wurde. Zudem musste die Diagnose Migräne nach den Kriterien der International Headache Society gestellt sein.

Wie zu erwarten, waren alle aktiven Therapien signifikant besser wirksam als Placebo. Schmerzfrei zwei Stunden nach der ASS-Einnahme waren 24 Prozent der Patienten, mit Placebo elf Prozent. Zu einer deutlichen Schmerzreduktion war es nach zwei Stunden bei der Hälfte der Patienten mit ASS gekommen, mit Placebo bei 32 Prozent. Ähnliche Ergebnisse wurden mit Sumatriptan in der Dosierung von 50  mg erzielt. Die 100-mg-Dosis Sumatriptan schnitt nur beim Kriterium "schmerzfrei nach zwei Stunden" besser ab.

Mit ASS nahmen auch die migränetypischen Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Photo- und Phonophobie ab. Die gastrointestinalen Symptome wurden allerdings durch die Zusatztherapie mit Metoclopramid signifikant besser reduziert. Das Antiemetikum hatte keinen Einfluss auf den Schmerzverlauf.

Die Analyse bestätigt die Wirksamkeit von ASS bei Migräneattacken. Das ist insofern von Bedeutung, als sich viele Betroffene, ohne einen Arzt zu konsultieren, selbst mit ASS behandeln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »