Ärzte Zeitung, 02.06.2011

Migränepatienten mit H.-pylori-Infektion haben mehr Attacken

LISSABON (eb). Beeinflussen Helicobacter-pylori-Infektionen die Häufigkeit und den Schweregrad von Migräneattacken?

Das lässt sich aufgrund der Ergebnisse einer Studie bei 105 Migränepatienten diskutieren, die eine iranische Forschergruppe beim 21. Kongress der European Neurological Society (ENS) in Lissabon präsentiert hat.

In der Studie wurden Migränepatienten ein Jahr lang beobachtet, die in den vergangenen drei Monaten keine PPI, H2-Blocker oder Antibiotika verwendet hatten.

55 Patienten hatten einen positiven Harnstoff-Atemtest, 50 Patienten einen negativen. Diejenigen mit H.p.-Infektion hatten häufiger und heftigere Migräneattacken - unabhängig von Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildungsgrad, Migränetyp oder positiver Familienanamnese.

H.p.-Infizierte hatten im Mittel an 11,6 Tagen pro Monat Kopfschmerzen, die anderen im Mittel an 8,1 Tagen, meldet die Pressestelle des ENS.

Aufgrund der Ergebnisse schlage Dr. Mohammad Saadatnia von der Medizinischen Universität Isfahan vor, bei Migränepatienten schon zu Therapiebeginn zu testen, ob eine H.p.-Infektion vorliegt.

Bei H.p.-positiven Patienten solle die Therapie der Infektion an erster Stelle stehen. Damit könnten auch die migränebedingten Beschwerden wie Übelkeit oder Magenbeschwerden höchstwahrscheinlich effektiv gelindert werden, hofft Saadatnia.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Anti-Alzheimer-Wirkstoff beschleunigt kognitiven Abbau

Beta-Sekretase-Hemmer stoppen die Entwicklung einer Demenz nicht – ganz im Gegenteil: Die Medikamente scheinen die kognitive Leistung sogar zu verschlechtern. mehr »

Kinderärzte für Impfpflicht bei Ärzten und Assistenzberufen

Eine Impfpflicht nur für Kinder? Das geht den Pädiatern nicht weit genug. Dem Deutschen Ethikrat aber stößt die Art der Debatte sauer auf. mehr »

Der Unterschied zwischen Peripherie und Kernbereich

Die Bevölkerungsentwicklung vor Ort ist für die langfristige Positionierung von Praxen entscheidend. Genau hinzuschauen lohnt sich auch für Hausärzte, wie unsere aktuelle Karte des Monats zeigt. mehr »