Ärzte Zeitung, 02.08.2004

Op-Planung bei Diskusprolaps

Bei radikulärem Schmerz Op nach maximal acht Monaten

LEICESTER (ner). Nicht zu lange warten sollte man mit der Bandscheiben-Op bei Patienten mit radikulären Schmerzen und nachgewiesenem Bandscheibenvorfall. War die konservative Therapie über ein Jahr lang nicht erfolgreich, bringt auch die Operation oft nichts mehr.

Das schreiben Dr. L. C. L. Ng und Dr. Philip Sell von der orthopädischen Abteilung des Leicester General Hospital in England im "Journal of Bone and Joint Surgery" (86, 2004, 546). Sie hatten 103 Patienten mit ischialgieformen Beschwerden und nachgewiesener Nervenwurzel-Kompression im Bereich der Lendenwirbelsäule im Schnitt ein Jahr nach einer Mini-Diskektomie nochmal untersucht.

Zwar hatten drei von vier Patienten eine signifikante Linderung der Beschwerden durch die Op. Jedoch war die Prognose schlecht, wenn die vorherigen konservative Therapie mehr als zwölf Monate gedauert hatten.

Der Grad der Behinderung, gemessen mit dem Oswestry Disability Index (ODI), verbesserte sich am stärksten, wenn die Zeit für konservative Therapieversuche nicht mehr als vier bis acht Monate in Anspruch genommen hatte. Diese Ergebnisse entsprächen den Resultaten vorangegangener Studien, so Ng und Sell.

Die Gefahr, ein chronisches Schmerzsyndrom zu entwickeln sei bei langdauernden ischialgiformen Beschwerden groß. Die rechtzeitige Operation reduziere womöglich die inflammatorische Reaktion und den Gewebeschaden an der Nervenwurzel.

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