Ärzte Zeitung, 08.10.2004

Opioidtherapie bessert Reha-Ergebnisse

Bei optimierter Schmerztherapie ist es seltener nötig, Reha-Aufenthalte zu verlängern

LEIPZIG (mar). Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die an stationären Reha-Maßnahmen teilnehmen, ließen sich enorme Kosten einsparen, wenn die Patienten eine effiziente Schmerztherapie, die auch starke Opioide beinhaltet, erhalten würden.

Dieses Fazit hat Dr. Gerhard Müller-Schwefe aus Göppingen beim Deutschen Schmerzkongreß in Leipzig gezogen. Denn durch eine gute Schmerzlinderung als festem Bestandteil einer Rehabilitation wird die Wirksamkeit der Reha-Maßnahmen erhöht, so daß bei nur halb so vielen Patienten eine Verlängerung der Rehabilitation nötig ist. Dies geht aus einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie an mehreren deutschen Reha-Kliniken hervor.

Durch den geringeren Bedarf an Verlängerungen der Rehabilitation errechneten sich allein Einsparungen der direkten Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro, so Müller-Schwefe bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Mundipharma. Zudem könnten mehr Patienten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, wodurch auch die indirekten Kosten erheblich gesenkt werden.

In der Reha-Studie bei Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen haben 154 Patienten eine konventionelle Pharmakotherapie erhalten. 289 weitere Patienten bekamen zusätzlich im Durchschnitt 30 mg Oxycodon (Oxigesic®) pro Tag. Bei mehr als 50 Prozent war eine berufliche Reintegration mit der modifizierten Reha möglich, jedoch nur bei 17 Prozent mit den konventionellen Reha-Maßnahmen.

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