Ärzte Zeitung, 28.06.2007

Abgestimmt gegen Rückenschmerz

IV-Vertrag für Rückenschmerz-Patienten / Ärzte und Physiotherapeuten kooperieren

LUDWIGSBURG (mm). Um die Versorgung von Patienten mit anhaltenden Rückenschmerzen zu verbessern, haben das Netz "FPZ: Deutschland den Rücken stärken" - ein Zusammenschluss von Rückenschmerzspezialisten - und die IKK Baden-Württemberg und Hessen einen Vertrag zur integrierten Versorgung geschlossen.

Ziel des neuen Programms ist es, eine Chronifizierung von Rückenschmerzen zu verhindern. Foto: Comstock

Bislang sind bereits in den beiden Bundesländern etwa 80 Haus- und Fachärzte in den IV-Vertrag eingeschrieben. Die speziellen Behandlungsprogramme werden dabei in den Modellregionen Stuttgart-Ludwigsburg, Mannheim, Göppingen, Reutlingen und Frankfurt angeboten.

"Das Netzwerk Reutlingen nimmt Mitte Juli mit zehn bis 15 Ärzten die Arbeit auf", sagte IKK-Pressesprecherin Bettina Carlucci. Welches Honorar die Ärzte für ihre Leistungen erhalten, darüber will man bei der IKK öffentlich keine Angaben machen.

Der neue Vertrag zur integrierten Versorgung ist einer von über 30 Verträgen der IKK Baden-Württemberg und Hessen. "Ziel des Programms ist es, Patienten mit lang andauernden Rückenbeschwerden fachübergreifend zu begleiten und zu verhindern, dass die Krankheit chronisch wird", sagt Hugo Schüle, Vorstandsvorsitzender der IKK Baden-Württemberg und Hessen. Dazu arbeiten speziell ausgebildete Haus- und Fachärzte, Schmerzspezialisten und Physiotherapeuten im Netz "Integrierte Versorgung Rücken" Hand in Hand. Im Bedarfsfall soll die Behandlung durch eine hoch moderne, analysegestützte medizinische Trainingstherapie ergänzt werden.

Die aufeinander abgestimmte Behandlung verkürze die Wartezeiten der Patienten und ermögliche eine schnellere Terminvergabe und vermeide Doppeluntersuchungen, sagte Pressesprecherin Carlucci.

Bundesweit nehmen nach Angaben der IKK etwa 650 Haus- und Fachärzte sowie rund 93 FPZ-Rückenzentren teil.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »