Ärzte Zeitung online, 03.08.2012
 

Berufskrankheiten

Weiter Kooperation für mehr Prävention

Wie lässt sich häufigen beruflich bedingten Krankheiten vorbeugen? Damit beschäftigt sich das Kompetenzzentrum für Interdisziplinäre Prävention in Jena. Das Kooperationsprojekt wurde jetzt verlängert.

Weiter Kooperation für mehr Prävention

Rücken: In Jena wird an der Prävention geforscht.

© Volker Witt / fotolia.com

JENA (eb). Rückenschmerzen und deren psychische Einflussfaktoren, Allergien im Bereich der Haut sowie der Atemwege oder Lärmschwerhörigkeit: Seit über zehn Jahren stehen diese gesundheitlichen Probleme im Arbeitsalltag vieler Menschen im Mittelpunkt des Kompetenzzentrums für Interdisziplinäre Prävention (KIP) in Jena.

Jetzt wurde das Kooperationsprojekt der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), der Universität Jena und des Universitätsklinikums Jena (UKJ) verlängert.

Das Kompetenzzentrum wurde 2001 ins Leben gerufen, erinnert das Universitätsklinikum Jena in einer Mitteilung. "Im Mittelpunkt steht dabei seit Beginn die Frage, wie wir häufigen beruflich bedingten Erkrankungen im BGN-Bereich - Allergien, Schwerhörigkeit, Rücken- und anderen Schmerzen - vorbeugen können", wird Professor Hans-Christoph Scholle vom UKJ, Sprecher des KIP-Zentrums in der Mitteilung zitiert.

Scholle: "Gerade daher ist die Zusammenarbeit auch über Fakultäts- und Institutsgrenzen so wichtig und bislang in dieser Form beispiellos.".

In den Projekten des KIP arbeiten neben Medizinern auch Psychologen, Evolutionsbiologen, Sportwissenschaftler, Biomechaniker und Ingenieure.

Ein Ziel der Kooperation ist die schnelle Umsetzung von Forschungsresultaten in aktuelle Präventionskonzepte, heißt es in der Mitteilung des Uniklinikums.

Ein zentrales Thema der gemeinsamen Arbeit sei unter anderen die Vorbeugung chronischer unspezifischer Rückenschmerzen. Hier hätten KIP-Untersuchungen gezeigt, dass Menschen in der Regel körperlich zwar gut für solche Belastungen ausgestattet sind, Auslöser der Erkrankungen jedoch falsche Bewegungsabläufe sein können.

"Diese Mechanismen können wir aber beeinflussen", so Scholle in der Mitteilung. "Prävention bedeutet, dass Mitarbeiter gezielte sportliche oder physiotherapeutische Angebote erhalten."

In den zurückliegenden Jahren seien aus dem Kooperationsprojekt über 340 wissenschaftliche Beiträge in nationalen und internationalen Zeitschriften veröffentlicht worden, heißt es in der Mitteilung des Universitätsklinikums.

Ein weiterer Baustein des Projektes sei die Nachwuchsförderung: Sieben Promotionsstipendien werden jedes Studienjahr vergeben, bislang wurden 20 Promotionen an den Fakultäten in Jena und an der TU Ilmenau verteidigt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

"Gelegenheits-Chirurgie ist nicht akzeptabel"

Die Risiken, direkt im Zusammenhang mit einer Op im Krankenhaus zu sterben, sind in Häusern mit geringen Fallzahlen höher als in spezialisierten Kliniken. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »