Ärzte Zeitung, 27.05.2013
 

Kommentar

Opioide bei Kreuzschmerz?

Von Peter Leiner

Eine weitere Studie hat Hinweise darauf erbracht, dass unter einer Opioid-Therapie Rückenschmerz höchstens kurzfristig gelindert oder möglicherweise das Leiden eher verschlimmert wird.

Das bestätigt das Konzept, wie es in der Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz festgehalten ist: Schon gar nicht sollten also Opioide für die Ersttherapie genutzt werden, sondern erst nach fehlendem Ansprechen auf Nichtopioide wie Paracetamol und traditionelle nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR).

Als Argument für die frühe Anwendung eines Opioids kann auch nicht die Befürchtung herhalten, dass NSAR das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. Offenbar gibt es aber dennoch einige Zeitgenossen, die genau dies ihrer Entscheidung für die frühe Opioidtherapie zugrunde legen. Das bedeutet aber, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen.

Einen Beleg dafür, dass mit der Schmerzlinderung durch Opioide auch die Funktion wiederhergestellt wird, gibt es nicht. An einer Kombination mit nichtmedikamentösen Maßnahmen kommt man nicht vorbei.

Analgetika sollen helfen, die Patienten mit Rückenschmerzen in die Lage zu versetzen, alltägliche Aktivitäten wieder aufzunehmen und für eine Bewegungs- und Sporttherapie bereit zu sein. Da sind Opioide als Einstieg meist fehl am Platz.

Lesen Sie dazu auch:
Rückenschmerzen: Neue Daten zu Opioidtherapie

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