Ärzte Zeitung, 29.01.2014

Kommentar zum Kreuzschmerz

Einzelne Red Flags wertlos?

Von Christine Starostzik

Es ist nicht das erste Mal, dass die als Red Flags definierten Warnsignale für eine spezifische Ursache des Kreuzschmerzes in der Kritik stehen.

Wie in einer aktuellen australischen Studie stellten auch die Autoren einer Cochrane-Analyse im vergangenen Jahr fest, dass sich auf der Liste vermeintlicher Risikofaktoren lediglich eine vorangegangene Krebserkrankung dazu eignet, auf eine maligne Veränderung der Wirbelsäule hinzuweisen.

Ziel der in Leitlinien aufgeführten Red Flags ist es unter anderem, den einen unter hundert Patienten nicht zu übersehen, dessen Kreuzschmerz tumorbedingt ist. Doch unter Berücksichtigung so allgemeiner Warnsignale wie Alter, Fieber, Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit müssten sich 80 Prozent der Hausarztpatienten einer weiterführenden Diagnostik unterziehen, die meist unnötig ist.

Bestrebungen, die Liste der Red Flags stärker zu fokussieren und künftig mehrere Faktoren zur Risikobeurteilung heranzuziehen, sind sicher sinnvoll. Denn nachdem sich endlich herumgesprochen hat, dass längst nicht jeder Rückenschmerzpatient eine bildgebende Untersuchung braucht, sollten dem Arzt auch praktikable Kriterien an die Hand gegeben werden, mit denen er diese Erkenntnis im Alltag umsetzen kann - ohne Schaden für die Patienten.

Lesen Sie dazu auch:
Kreuzschmerz: Red Flags in der Kritik

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

Kein Frühstück = höheres Diabetes-Risiko

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko für Diabetes. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Gutachter schlagen neuen Pflege-TÜV vor

Weg mit den umstrittenen Pflegenoten, ist das Ziel eines neuen Pflege-TÜVs. Im Mittelpunkt soll nicht mehr die Dokumentation stehen, sondern die Ergebnisqualität stehen. mehr »