Ärzte Zeitung, 24.07.2014

Schmerzrisiko

Wetter geht nicht auf den Rücken

Spezifische Wetterlagen waren in einer australischen Studie nicht mit der Inzidenz von Rückenschmerzen verknüpft.

SYDNEY. Man kann ja vieles aufs Wetter schieben. Den Ergebnissen einer australischen Studie zufolge gehören Rückenschmerzen jetzt aber nicht mehr dazu. In einer Fall-Querschnittstudie haben Daniel Steffens und Kollegen von der University of Sydney den Einfluss verschiedener Wetterbedingungen auf das Rückenschmerzrisiko untersucht (Arthritis Care Res 2014, online 10. Juli).

Hierzu rekrutierten sie von Oktober 2011 bis November 2012 insgesamt 993 konsekutive Patienten mit akuter Rückenschmerzattacke und ordneten ihnen die aktuellen offiziellen Daten zu Temperatur, relativer Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Windböen, Windrichtung und Niederschlägen zu.

Zudem wurden die Wetterbedingungen zu Beginn der Beschwerden mit denen in symptomfreier Zeit eine Woche sowie einen Monat zuvor verglichen.

Für die allermeisten der untersuchten Wetterbedingungen zeigte sich kein Zusammenhang mit dem Einsetzen der Rückenschmerzen. Lediglich das Auftreten höherer Windgeschwindigkeiten und Windböen 24 Stunden vor dem Beginn der Beschwerden hatte einen gewissen Effekt (Odds Ratio 1,17 bzw. 1,14). Doch auch dieser Zusammenhang verlor in weiteren Analysen seine Signifikanz.

Da man davon ausgeht, dass mehrere Trigger für die Entstehung des Rückenschmerzes verantwortlich sind, ist anzunehmen, dass deren Kombination das Risiko weitaus mehr beeinträchtigt als eine einzelne Wetterbedingung, so die Autoren.

Möglicherweise könne auch der Ort der Studie Einfluss auf deren Ausgang gehabt haben, schränken die Autoren ihre Ergebnisse ein. Es sei zudem durchaus möglich, dass andere muskuloskeletalen Erkrankungen durch bestimmte Wetterbedingungen beeinflusst werden.

Dies, sowie die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf weitere Populationen und Umweltbedingungen, sei in künftigen Studien zu prüfen. (St)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »