Ärzte Zeitung, 22.11.2016
 

Müde und schlapp?

An Hämochromatose denken!

BERLIN. Müde und schwach fühlen sich in der dunklen Jahreszeit ja viele Menschen. Bei einigen können die Symptome auf eine Hämochromatose zurückgehen, erinnert das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF). Die Erkrankung trifft etwa einen von 250 bis 400 Menschen in Deutschland.

Damit gehört sie zu den häufigsten Erbkrankheiten. Langfristig leidet vor allem die Leber. Blutuntersuchungen und Gentests sichern die Diagnose. Ergeben die Blutuntersuchungen eine Transferrinsättigung über 60 Prozent und einen Ferritin-Wert über 300 μg/l, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erbliche Hämochromatose vor.

Leitlinien empfehlen, die Diagnose mit einem HFE-Gentest zu bestätigen. Dabei wird untersucht, ob auf den Chromosomen 6 ein Fehler vorliegt. Sind beide Chromosomen defekt, liegt eine Eisenspeicherkrankheit vor.

Wer nur ein defektes Chromosom 6 erbt, bleibt gesund, kann aber den Gendefekt an seine Kinder weitergeben. Experten empfehlen daher, Eltern und Geschwister von Patienten mit Eisenspeicherkrankheit genetisch zu untersuchen. (eb)

Weitere Infos zu Leber- und Bluterkrankungen enthalten die IPF-Faltblätter "Lebererkrankungen" und "Blutsenkung und Blutbild". Sie können kostenlos unter www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden.

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