Ärzte Zeitung, 02.08.2007

Coxib plus PPI schützt Patienten mit Arthrose vor erneuter Ulkusblutung

Studie zur Therapie bei Patienten nach NSAR-induzierter Blutung 

HONGKONG (hub). Die Kombination von Coxib plus Protonenpumpen-Hemmer (PPI) schützt Arthrose-Patienten besonders effektiv vor Ulkusblutungen. Das belegt eine Studie mit Patienten, die ein hohes Risiko für solche Blutungen hatten.

Endoskopisches Bild einer spritzenden arteriellen Blutung aus einem Magen-Ulkus. Foto: www.endoskopiebilder.de

Bekanntlich sinkt mit Coxiben das Risiko schwerer gastrointestinaler Ereignisse im Vergleich zu traditionellen NSAR um etwa 50 Prozent. Durch die Kombi-Therapie aus Coxib plus PPI lässt sich bei Arthrose-Patienten das Blutungsrisiko weiter vermindern, wie Professor Francis Chan und ihre Kollegen von der Universität Hongkong herausfanden (Lancet 369, 2007, 1621). Die Ergebnisse:

  • Von 137 Patienten mit der Kombi-Therapie Coxib plus PPI hatte keiner innerhalb von 13 Monaten eine gastrointestinale Blutung.
  • Bei 136 Patienten, die nur das Coxib erhalten hatten, gab es zwölf Ulkusblutungen (8,9 Prozent). Davon ereigneten sich sieben Blutungen im Magen und fünf im Duodenum.
  • Keine Unterschiede zwischen den beiden Patienten-Gruppen gab es beim Fortschreiten der Arthrose und beim Arthroseschmerz.

Alle 273 Patienten wiesen in der Anamnese NSAR-induzierte Ulkusblutungen des Gastrointestinal-Trakts auf. Die Ulzera waren bei Studienbeginn komplett abgeheilt. Die eine Gruppe erhielt für zwölf Monate täglich 2  x  200 mg Celecoxib (Celebrex®) plus 2  x  20 mg von dem PPI Esomeprazol. Die andere Gruppe bekam das Coxib zusammen mit einem Placebo.

Für Patienten mit einem hohen Risiko für Blutungen sei diese Kombination ein effektiver Schutz vor erneuten Blutungen, folgern die Wissenschaftler.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »