Ärzte Zeitung online, 24.03.2009

Selbstheilung im Gewebe stimulieren

Würzburg (eb). Dr. Andre Steinert von der Universität Würzburg hat den mit 10 000 Euro dotierten Greti-Delfauro-Preis erhalten. Der Mediziner arbeitet an neuen Therapieansätzen zur Regeneration von beschädigten Gelenkknorpeln, Bändern und Menisken.

Wenn Knorpel und Bänder verletzt sind, können sie nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang heilen. Das liegt daran, dass sie nicht mit Blutgefäßen versorgt werden. Das größte Problem: Es fehlt an Zellen und Proteinen, sogenannten Wachstumsfaktoren, die die Heilung fördern. Trotz Behandlung bleibt ein Verschleiß des Gelenks langfristig nicht aus.

Die Arbeitsgruppe von Steinert versucht, mittels Gentherapie bestimmte Zellen des verletzten Gewebes so zu stimulieren, dass es schneller heilt. Patienten können davon bislang nicht profitieren, denn noch stecken die Versuche im experimentellen Stadium.

Die Wissenschaftler haben im Labor Stammzellen aus dem Oberschenkelknochen dazu gebracht, sich zu knorpel-, meniskus- und kreuzbandähnlichen Zellen weiterzuentwickeln. Sie schleusten dann DNA in die Zellen ein, wodurch diese messbar mehr und über einen längeren Zeitraum Proteine zur Gewebeheilung produzierten, ihre Selbstreparatur also massiv erhöhten.

Für diese Forschungserfolge zeichnete die Deutsche Akademie der osteologischen und rheumatologischen Wissenschaften Steinert mit dem Greti-Delfauro-Preis aus. Verliehen wurde der Preis jüngst auf der Jahrestagung Osteologie 2009 in Frankfurt am Main.

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