Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 02.02.2005

Strahlentherapie lindert dauerhaft Fersensporn-Schmerz

Prospektive Studie / Jeder zweite wurde sogar schmerzfrei

BOCHUM (ner). Jeder zweite Patient mit schmerzhaftem Fersensporn wird mit einer niedrig dosierten Strahlentherapie dauerhaft schmerzfrei. Die meisten spüren zumindest eine deutliche Linderung. Strahlentherapeuten aus Bochum empfehlen die Radiatio vor allem alten Menschen.

Bisherige Daten zur Strahlentherapie bei Fersensporn waren sehr heterogen. Darum hatten Oliver Schneider vom Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum und seine Kollegen vor fünf Jahren eine prospektive Studie mit 62 Patienten (73 Fersen) gestartet. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt (Strahlentherapie und Onkologie 180, 2004, 502).

    Wer lange am Fersensporn litt, bei dem war der Effekt geringer.
   

Danach spürten bereits während der Bestrahlungsserie mit insgesamt fünf Gy, verteilt auf sieben Sitzungen, viele Patienten eine Linderung, die über die Nachbeobachtungszeit von 40 Monaten meist noch besser wurde.

Sechs Wochen nach Abschluß der Radiotherapie ermittelten die Bochumer an jeder vierten Ferse eine "ausreichende Schmerzlinderung" (Linderung um mehr als 80 Prozent), beurteilt anhand der visuellen Analogskala. 18 Prozent der Fersen verursachten zu diesem Zeitpunkt keine Schmerzen mehr.

Diese Rate stieg im Laufe der Nachbeobachtung kontinuierlich an bis auf 53 Prozent nach 40 Monaten. Eine 50- bis 80prozentige Schmerzreduktion bei den Patienten wurde bei Studienende an weiteren 22 Prozent der Fersen erfaßt, eine geringe Linderung an 13 Prozent.

Die Strahlentherapeuten beobachteten keine signifikante Zunahme von Schmerzen oder signifikante Schmerzrezidive im Studienzeitraum. Auch unerwünschte Wirkungen gab es nicht. Hatte die Behandlung überhaupt keinen Effekt, was bei zehn Prozent der bestrahlten Fersen der Fall war, brachte eine zweite Bestrahlung auch nicht mehr viel. Je länger die Patienten bereits an den Fersenspornen litten, desto schlechter waren die Resultate.

Weiter empfehlen die Bochumer, während der Radiotherapie den mechanischen Streß an der Ferse möglichst zu begrenzen. Praktisch gelinge dies vor allem bei Personen, die nicht mehr berufstätig sind. Die Behandlungsmethode eigne sich daher besonders für ältere Menschen als Therapie der ersten Wahl.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »