Ärzte Zeitung online, 02.12.2008

Ultraschall-gezielte Trockenpunktion und Steroid gegen Fasciitis plantaris

CHICAGO (gwa). Für Patienten mit Fasciitis plantaris haben Kollegen aus Italien eine neue und einfache Therapie entwickelt. Ultraschall-kontrolliert wird der schmerzende Bezirk der Fußsohle mehrfach mit einer Nadel punktiert. Anschließend wird um die Faszie herum ein Steroid gespritzt. Mit dieser Therapie waren in einer Studie innerhalb von drei Wochen 39 der 44 Patienten beschwerdefrei.

Die Studienteilnehmer waren zuvor konservativ etwa mit Ruhe, Dehnübungen für die Faszie oder Tragen von Einlagen behandelt worden, jedoch ohne Erfolg. Bei der neuen Therapie wurden nach Lokalanästhesie die schmerzenden Bereiche der Fußsohle zunächst Ultraschall-gezielt mehrfach mit der Kanüle punktiert, ohne weiteres Lokalanästhetikum zu infiltrieren. Anschließend wurde - ebenfalls unter Ultraschall-Kontrolle - 1 ml eines Steroids um die Faszie herum gespritzt.

Insgesamt dauerte die einmalige Therapie-Sitzung 15 Minuten pro Patient. Nach drei Wochen waren bei 39 der 44 Patienten die Symptome

Das Punktieren mit der Kanüle erzeugt Mini-Blutergüsse, die einen Heilungsreiz setzen, wie Dr. Luca M. Sconfienza aus Genua beim US-amerikanischen Radiologenkongress RSNA in Chicago erläuterte. Die Steroidinjektion sollte unter Ultraschall-Kontrolle erfolgen, um eine direkte Infiltration der Faszie zu vermeiden. Denn das könne zur Ruptur führen.

Bislang gebe es kein allgemein akzeptiertes Vorgehen, wenn konservative Therapien nicht anschlügen, sagte Sconfienza. Dann würde etwa eine Stoßwellen-Therapie versucht. Bei schlimmsten Schmerzen sei die operative Lösung der Faszie vom Fersenbein eine Möglichkeit.

Bei milder Fasciitis plantaris sollten Patienten zunächst eine nicht-invasive konservative Therapie erhalten. Doch wenn der Schmerz die täglichen Aktivitäten beeinträchtige, sei die Ultraschall-gezielte Trockenpunktion mit anschließender Steroidinfiltration eine einfache Option.

Die Angaben zur Häufigkeit der Fasciitis plantaris schwanken stark. Vermutlich sind bis zu 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung wenigstens einmal im Leben davon betroffen. Ein radiologisch leicht sichtbares Zeichen einer Plantar-Fasciitis ist der Fersensporn, den jeder zweite Patient hat.

Pressemitteilung der RSNA "New Treatment Eliminates Heel Pain Caused by Plantar Fasciitis" plus Ultraschallbild einer Trockenpunktion

Abstract der Studie "What's New in the Treatment of Plantar Fasciitis: A Percutaneous Ultrasound (US)-guided Approach"

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