Ärzte Zeitung, 20.01.2009

Häusliche Gewalt an Verletzungstyp erkennbar

CHICAGO (mut). An der Art der Gesichtsverletzungen können Ärzte unterscheiden, ob ein Unfall oder Gewalt durch den Intimpartner vorliegt - zumindest, wenn sie noch weitere Faktoren wie einen verzögerten Gang zum Arzt berücksichtigen. Darauf verweisen US-amerikanischen Ärzte in den "Archives of Facial Plastic Surgery" (11, 2009, 48). Grundlage ist eine Analyse von Gesichtsverletzungen bei 326 Frauen, von denen 45 durch einen Angriff verursacht wurden.

Typische Verletzungen bei solchen Angriffen waren Kiefer-Frakturen, komplizierte Jochbeinbrüche sowie Risse und Brüche in der Orbirtalregion. Vor allem Jochbeinfrakturen, orbitale Frakturen und intrakranielle Verletzungen traten gehäuft bei Angriffen durch Intimpartner auf, dagegen brachen fremde Angreifer den Frauen vor allem die Kieferknochen.

Die Studienautoren raten dazu, bei Gesichtsverletzungen auf solche Muster zu achten und gegebenenfalls Polizei und Sozialdienste einzuschalten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »