Ärzte Zeitung online, 17.07.2009

Knochenbruch heilt schneller mit Osteoporose-Mittel

LINKÖPING (dpa). Knochenbrüche können mit Hilfe eines Medikaments gegen Osteoporose schneller heilen. Das habe erstmals ein Team um Professor Per Aspenberg gezeigt, teilte die schwedische Universität Linköping am Donnerstag mit. Die Knochen des Handgelenks seien knapp zwei Wochen früher verheilt als ohne Arznei.

Für das Projekt wurden 102 Frauen mit gebrochenen Handgelenken im Alter von 45 bis 85 Jahren in drei Gruppen zu je 34 Teilnehmerinnen geteilt. Für acht Wochen erhielt eine Gruppe täglich 20 Mikrogramm des Medikaments Parathormon (Parathyrin, PTH), das die Kalzium-Konzentration im Blut erhöht. Die zweite Gruppe erhielt 40 Mikrogramm, dem Rest verabreichten die Wissenschaftler ein Scheinmedikament (Placebo). Der Heilungsprozess wurde per Röntgenaufnahmen beobachtet (Journal of Bone and Mineral Research online vorab, Juli 2009).

Das Ergebnis: Bei den Patienten, denen 20 Mikrogramm PTH verabreicht wurden, waren die Knochen nach im Durchschnitt 7,4 Wochen verheilt, im Gegensatz zur Placebo-Gruppe mit einer Heilungsdauer von 9,1 Wochen. Die Brüche der Patienten, die 40 Mikrogramm erhielten, verheilten allerdings nur etwas schneller als bei der Placebo-Gruppe. Eine Erklärung dafür hatte die Universität nicht. Die Studie wurde finanziert vom Pharmakonzern Eli Lilly, für den Aspenberg auch als Berater arbeitet.

Zum Abstract der Originalarbeit "Teriparatide for Acceleration of Fracture Repair in Humans: A Prospective, Randomized, Double-blind Study of 102 Postmenopausal Women with Distal Radial Fractures"

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erdnuss-Immuntherapie löst häufiger Anaphylaxie aus

Schlechte Nachrichten für Patienten mit Erdnuss-Allergie: Einer Meta-Analyse zufolge traten unter einer oralen Immuntherapie bei Kindern deutlich mehr allergische Reaktionen auf. mehr »

Unterschiedliche Positionen zur Impfpflicht

Im internationalen Vergleich steht Deutschland in Sachen Masern-Impfschutz gar nicht so schlecht da. Ein Grund, sich auszuruhen, ist das nicht, meinen Ärztevertreter. Doch wie weit sollte eine Impfpflicht gehen? mehr »

Honorar für Leichenschau soll mehr als verdoppelt werden

Eine Arztstunde für rund 220 Euro: Gesundheitsminister Jens Spahn plant eine Neubewertung der Leichenschau in der GOÄ ab 2020. Bei den Ärzten stößt er damit auf Gegenliebe. mehr »