Ärzte Zeitung online, 19.08.2009

Erste Gesichtstransplantation in Spanien

VALENCIA (dpa). Ein Ärzteteam hat in Valencia die erste Gesichtstransplantation in Spanien vorgenommen. Wie das spanische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, erhielt bei dem Eingriff ein 43-jähriger Mann, der an einer schweren Gesichtsverletzung gelitten hatte, ein neues Aussehen. Er bekam das Gesicht eines 35-Jährigen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war.

Der Eingriff war nach spanischen Angaben weltweit der achte dieser Art. Bisher hatte es Gesichtstransplantationen in Frankreich, China und den USA gegeben. Die Operation unter der Leitung des Chirurgen Dr. Pedro Cavadas im La-Fe-Krankenhaus der ostspanischen Hafenstadt dauerte über 15 Stunden. Mehr als 30 Mediziner waren daran beteiligt.

Die Operation sei erfolgreich verlaufen, sagte der spanische Koordinator für Transplantationen, Rafael Matasanz. "Die Transplantation ist ein bedeutender Meilenstein für die spanische Medizin. Bei der Verpflanzung von Nieren und Lebern lagen wir über ein Jahrzehnt hinter anderen Ländern zurück. Nun ist Spanien das vierte Land der Welt, das solche Eingriffe vornehmen kann."

Der Leiter des Ärzteteams äußerte sich nach dem Abschluss der Operation zunächst nicht, weil er sich zuerst ausruhen wollte. Es war nicht bekannt, welche Teile des Gesichts verpflanzt wurden. Cavadas hatte vor dem Eingriff erläutert, es handele sich um eine mikrochirurgische Operation, bei der alle Nerven, Arterien und Venen des Gesichts erneuert würden.

Die weltweit erste Empfängerin eines neuen Gesichts war die Französin Isabelle Dinoire im Jahr 2005. Die damals 38-Jährige war von einem Hund angefallen und schwer entstellt worden.

Lesen Sie dazu auch:
Nach Gesichtstransplantation in Spanien droht Rechtsstreit

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Sicherheit vor Arzneimittel-Pfusch

Die aktuellen Arznei-Skandale haben den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Die Kompetenz der Bundesinstitute bei Rückrufen soll gestärkt, der Arzneimittelvertrieb sicherer werden. mehr »

Muster-Weiterbildung in trockenen Tüchern

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat einstimmig die Gesamt-Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) für Ärzte beschlossen und veröffentlicht. mehr »

Zehn Regeln für die Rheuma-Therapie

In der medikamentösen Behandlung von älteren Rheuma-Patienten gilt es für Ärzte, einiges zu beachten. Rheumatologen haben zehn Empfehlungen verfasst. mehr »