Ärzte Zeitung online, 10.11.2009

Fahren mit gedankengesteuerter Armprothese

DUDERSTADT (dpa). Als erster Europäer mit einer per Gedanken gesteuerten Armprothese darf ein gelernter Kfz-Mechaniker jetzt im öffentlichen Straßenverkehr Auto fahren.

Für den jungen Österreicher, der als 18-Jähriger bei einem Starkstromunfall beide Arme verloren hatte, sei ein Serienfahrzeug so umgebaut worden, dass er es mit seinen Prothesen sicher lenken könne, teilte der Duderstädter Medizintechnik-Hersteller Otto Bock mit. Grundlage ist ein Verfahren, bei dem motorische Nervenreste in einem Amputationsstumpf für die Prothese funktionell genutzt werden.

Das Unternehmen hatte vor rund zwei Jahren die weltweit erste gedankengesteuerte Armprothese entwickelt und an dem aus der Steiermark stammenden Christian Kandlbauer demonstriert. Das speziell umgebaute Auto für den jungen Mann soll nun am Freitag im Otto Bock Science Center in Berlin präsentiert werden. Gleichzeitig will das Unternehmen eine Weiterentwicklung des Prothesenarmes zeigen, die im Alltag eingesetzt werden könne.

Kandlbauer habe seine Führerscheinprüfung in dem von der Spezialfirma Paravan behindertengerecht umgebauten Auto bestanden, sagte ein Otto Bock-Sprecher. Der junge Mann nutze das Fahrzeug bereits ohne fremde Hilfe für seinen täglichen Weg zur Arbeit. Er arbeite in der Firma, in der er früher als Kfz-Mechaniker tätig war, inzwischen als Lagerist.

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