Ärzte Zeitung online, 09.02.2010
 

Kinder brauchen passendes Schuhwerk

Je kürzer die Schuhe, desto gravierender die Schiefstellung der großen Zehe

WIEN (hub). Zu kurze Kinderschuhe schädigen Kinderfüße. Je kürzer die Schuhe, desto größer sind die Schäden am kindlichen Fuß. Das hat eine Studie aus Österreich ergeben.

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Auswirkungen zu kurzer Kinderschuhe. © www.kinderfuesse.com

Die Forscher von der Medizinischen Universität Wien haben bei 858 Drei- bis Sechsjährigen den Einfluss zu kurzer Kinderschuhe auf die Füße untersucht. Die Ergebnisse: Knapp 70 Prozent der Kinder trugen zu kurze Straßenschuhe, bei den Hausschuhen - sie werden in Österreich im Kindergarten getragen - waren es sogar fast 90 Prozent (BMC Musculoskeletal Disorders 10, 2009, 159).

In einem zweiten Untersuchungsschritt nahmen Professor Christian Klein und seine Kollegen die Kinderfüße unter die Lupe und überprüften die Winkelstellung der großen Zehen: 76 Prozent der Kinder hatten Abweichungen, 14 Prozent der Kinderzehen waren sogar um 10 Grad und mehr gekrümmt. Der Spitzenwert lag bei 19 Grad. Als Ursache identifizierten die Forscher die zu kurzen Kinderschuhe. Denn die statistischen Berechnungen ergaben: Je kürzer die Schuhe, desto gravierender die Schiefstellung der großen Zehe (Hallux valgus).

Ein Resultat, das den Orthopäden Klein betroffen macht: "Kinder spüren nicht, ob Schuhe zu kurz sind und zwängen sich brav hinein." Wie schädlich das ist, sei jetzt klar. Auf Industrie und Handel komme eine neue Verantwortung zu, denn viele Schuhgrößen seien falsch, die Schuhe kürzer sind als angegeben, so Klein in einer Mitteilung des Forschungsteams "Kinderfüße-Kinderschuhe".

Kinderfüße bräuchten 12 bis 17 Millimeter Spielraum im Schuh. Das Forschungsteam rät Eltern und dem Schuhhandel, die Füße und die Innenlänge der Schuhe mit einem Messgerät in Millimetern zu messen. So könne sichergestellt werden, dass die Schuhe passen.

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