Ärzte Zeitung, 21.05.2010

Frühzeitig Arthrose - hier lohnt der Blick auf Ferritin

Praxis Update: Unübliche Gelenkbeschwerden deuten auf Hämochromatose

BERLIN (gvg). Junger Patient mit einer Arthrose ohne erkennbaren Anlass - das kann auch eine Hämochromatose sein. Serum-Ferritin- und Transferrin-Werte schaffen dann schnell Klarheit, haben Experten beim Praxis Update in Berlin berichtet.

Frühzeitig Arthrose - hier lohnt der Blick auf Ferritin

Fingergelenkschmerzen sind ein Hämochromatose-Warnsignal. © S. Kaulitzki / fotolia.com

Als systemische Stoffwechselerkrankung, bei der es zu Eisenablagerungen in nahezu allen Organen kommen kann, ist das klinische Bild bei Hämochromatose sehr vielfältig: Von der Haut über die Leber und Niere bis hin zu Gehirn können Symptome der häufigsten autosomal-rezessiven Erbkrankheit auftreten.

Im Vordergrund steht anfangs aber oft der Bewegungsapparat: "Mehr als die Hälfte aller Patienten berichtet als Initialsymptom über Gelenkbeschwerden", sagte Professor Bernhard Manger von der Universität Erlangen-Nürnberg beim Praxis Update 2010. Typisch seien vor allem Beschwerden an Gelenken, bei denen rheumatische Erkrankungen eher selten sind. Dazu gehören das zweite und dritte Fingergrundgelenk. "Besonders wegweisend sind Sprunggelenksarthrosen, die in der Rheumatologie sonst kaum auftreten", so Manger. Sie können ein- oder beidseitig auftreten und sind immer dann verdächtig, wenn keine bekannten Traumata eine andere Erklärung der Arthrose liefern. Spätestens dann, wenn noch eine asymptomatische Erhöhung der Leberwerte dazu kommt, ist die Eisendiagnostik Pflicht. Dabei wird zunächst der Serum-Ferritin-Spiegel bestimmt. Ist er pathologisch, folgt die Transferrin-Sättigung. Und ist auch die nicht in Ordnung, ist es Zeit für den Gentest auf Hämochromatose.

Themen beim Praxis Update in Berlin waren auch Differenzialtherapie bei ischämischen Herzkrankheiten und Nierenschutz.

Lesen Sie auch:
Welche antiischämische Therapie bei wem?
Neue Hinweise auf Nierenschutz durch Sartantherapie
Mikroalbuminurie: Diagnostik auch ohne Sammeln
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz: Sartan-Dosis rauf!
Polymyalgia rheumatica: 15 mg Prednisolon
Bei einer Nierenarterienstenose: Stabile Patienten in Ruhe lassen!
Was bringt die Chirurgie der Nasennebenhöhle?
Koronar-Kontrolle ist kein Muss

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »