Ärzte Zeitung, 21.10.2010

Mit Teriparatid gegen Parodontitis?

Nach Parodontitis-Therapie bringt das Parathormonfragment Vorteile

ANN ARBOR (hub). Bei schwer Parodontitis kann eine Therapie mit Teriparatid helfen. Das hat eine kleine Studie mit 40 Patienten ergeben.

Mit Teriparatid gegen Parodontitis?

Parodontitis: In einer kleinen Studie hat Teriparatid die Heilung verbessert.

© Jessica Schindler / fotolia.com

Die 40 Patienten mit schwerer chronischer Parodontitis wurden alle einer dentistischen Parodontitis-Therapie unterzogen. Alle erhielten sechs Wochen lang 1000 mg Kalzium und 800 IU Vitamin D pro Tag.

Eine Hälfte der Patienten bekam zusätzlich täglich 20 μg des Parathormonfragments Teriparatid (in Deutschland Forsteo®) s.c. injiziert, die andere Hälfte Placeboinjektionen - jeweils über einen Zeitraum von sechs Wochen (NEJM online).

Im Röntgenbild besserten sich die knöchernen Defekte in der Teriparatid-Gruppe - beginnend nach sechs Monaten - deutlich schneller als in der Placebo-Gruppe. Nach einem Jahr hatte die Röntgendichte um 29 versus 3 Prozent zugenommen.

Auch die klinischen Parameter waren in der Gruppe, die die Osteoporosearznei erhalten hatte, deutlich günstiger als in der Placebo-Gruppe: Die Wundheilung in den Zahntaschen war beschleunigt und die Taschentiefe bei der Sondierung war stärker reduziert. Mit Teriparatid nahm die Taschentiefe um 33 Prozent ab (absolut um 2,4 mm), mit Placebo nur um 20 Prozent (absolut um 1,3 mm).

Teriparatid könnte eine Therapieoption bei Knochendefekten im Kiefer sein, folgern die Autoren. Sie weisen allerdings daraufhin, dass es sich bei der Untersuchung nur um eine kleine Studie mit je 20 Patienten pro Gruppe gehandelt habe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

Nach dem knappen Abstimmungsergebnis pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Sonderparteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. Die KBV reagiert skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »