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Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Harte Zahlen zu Blessuren der Profi-Kicker

SAARBRÜCKEN (mal). Wie viele Schrammen, Zerrungen und blaue Flecke ziehen sich Profi-Fußballer beim Training und im Spiel zu? Und: Könnte eine verkürzte Winterpause irgendwie Einfluss auf diese Zahlen haben? Kollegen aus Saarbrücken legen jetzt harte Daten vor.

Dr. Karen aus der Fünten und Kollegen vom Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes in Saarbrücken haben geprüft, ob eine verkürzte Winterpause sich irgendwie auf die Häufigkeit und die Schwere von Verletzungen bei Profi-Fußballspielern auswirkt.

Sie haben dafür die Daten aus sieben Vereinen der 1. und 2. Bundesliga über zwei Rückrunden analysiert, und zwar in der Saison 2008/09 und in der Saison 2009/10.

Da in der Saison 2009/10 die Winterpause im deutschen Profifußball unter anderem aufgrund von Marketingüberlegungen von 6,5 auf 3,5 Wochen gekürzt worden sei, wie die Kollegen aus Saarbrücken schreiben, lagen Daten vor, die in eine solche Studie zur Häufigkeit und Schwere von Verletzungen in Abhängigkeit von der Dauer der Winterpause überhaupt möglich machten.

In der ersten Rückrunde hatten 184 Spieler, in der zweiten 188 Spieler teilgenommen. Die Spieler waren durchschnittlich 25 Jahre alt, 184 Zentimeter groß und 79 Kilogramm schwer, heißt es in einem Abstract der Studie, die auch beim Deutschen Sportärztekongress im Oktober im Frankfurt am Main* vorgestellt werden soll (Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 2011; 7-8: 191).

Ergebnis: Die Verkürzung der Winterpause hatte keinen statistisch zu sichernden Einfluss auf die Gesamtverletzungsinzidenz von Profi-Fußballspielern.

Bezogen auf 1000 Stunden Fußballtraining oder -spiel spiel gab es in der Saison 2008/09 genau 5,9 Verletzungen, in der Saison 2009/10 genau 6,57. Im Spiel traten fast neunmal mehr Verletzungen auf als im Training.

Insgesamt gab es 300 Verletzungen, aufgrund derer eine mindestens eintägige Verletzungspause nötig wurde: 151 in der Saison 2008/09 und 149 in der Saison 2009/10.

Davon ereigneten sich 53 Prozent im Spiel. Tendenziell habe es 2009/10 mehr moderate und schwere Verletzungen geben, die eine Verletzungspause von mehr als einer Woche nötig gemacht hätten, so die Kollegen aus Saarbrücken.

Die Inzidenz von Verletzungen entspreche der von anderen europäischen Profi-Fußball-Ligen dokumentierten, schreiben Karen aus der Fünten und ihre Kollegen.

Studien zur Verletzungsinzidenz im Profi-Fußball hätten - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - bisher gefehlt. Bisher hätten nur Daten einer medienbasierten Analyse aus dem Jahr 2009 vorgelegen.

www.dgsp.de/kongress/

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