Ärzte Zeitung online, 14.10.2011

Achillessehnen-Riss besser nähen statt kleben

DÜSSELDORF (rb). Genäht hält besser - diese Botschaft geben Traumatologen der Universitätsklinik Düsseldorf allen Achillessehnen-Chirurgen mit in den OP. Ihre Versuche zur Reißfestigkeit rupturierter Sehnen nach der Versorgung mit Fäden oder zwei Klebersorten sprechen eindeutig für die klassische Technik.

Achillessehnen-Riss besser nähen statt kleben

Die Achillessehne: Ist sie gerissen, gibt die Möglichkeiten: nähen oder kleben.

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Für ihre Tests zur biomechanischen Belastbarkeit genähter respektive geklebter Achillessehnen bedienten sich die Forscher um Johannes Schneppendahl der Sehnenpräparate von 18 Schafen, die sie sich vom örtlichen Schlachthof geholt hatten. Mit Z-Inzisionen imitierten sie die Ruptursituation.

Sechs der gekappten Achillessehnen wurden mit einem resorbierbaren monofilen Polydioxanonfaden genäht, sechs mit BioGlue-Kleber (Rinderalbumin plus Glutaraldehyd) und sechs mit Tissucol, einem Fibrinkleber, verleimt.

Anschließend das Gewebe zunehmend bis zum Zerreißen belastet und die Grenzlast gemessen (International Orthopaedics online, 21. September 2011).

Nähte gaben bei 146 Newton nach

Die Nähte gaben bei rund 146 Newton, BioGlue bei 38 N und Tissucol schon bei knapp 5 N nach. An Festigkeit, berechnet als Quotient aus Belastung in Newton pro Millimeter Elongation, war BioGlue der Naht nicht, Tissucol jedoch signifikant unterlegen.

Bemerkenswert sind diese Ergebnisse besonders im Hinblick auf die Frühmobilisation nach akuter Achillessehnenruptur. Sie wird von einigen Experten empfohlen, da sie in Studien seltener zu Komplikationen und zu besseren funktionellen Ergebnissen geführt hat.

Glutaraldehyd im Kleber könnte sich zytotoxisch verhalten

Mit der Klebetechnik scheint dieser Weg aber derzeit nicht gangbar. Allenfalls ein Kleber nach Art von BioGlue würde sich dafür eignen, entsprechende Vorsicht vorausgesetzt. Hier ist aber zu bedenken, dass sich der darin enthaltene Glutaraldehyd zytotoxisch verhalten kann.

Das Präparat kann zudem das Fibroblastenwachstum hemmen, die Mineralisation im Gewebe fördern und Reaktionen von Fremdkörper-Riesenzellen provozieren.

Weitere Untersuchungen mit Klebern nötig

Dennoch wäre es eine interessante Option, die Vorteile der Frühmobilisation mit jenen zu vereinen, die das Kleben einer Achillessehnenruptur bietet.

Es erlaubt nämlich besser als die Naht, die anatomischen Verhältnisse zu rekonstruieren und eine Ischämie des Gewebes zu vermeiden. Um dies zu erkunden, sind weitere Untersuchungen mit geeigneten Klebern nötig.

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