Ärzte Zeitung online, 05.04.2012

Mehr als 9200 Billig-Implantate in Deutschland

BERLIN (dpa). Deutsche Ärzte sollen ihren Patientinnen mindestens 9205 Billig-Brustimplantate der Hersteller PIP, Rofil Medical und GfE Medizintechnik eingesetzt haben.

Insgesamt seien 5224 Frauen davon betroffen, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Mittwoch mitteilte.

Es bleibe aber eine Dunkelziffer von 10 bis 20 Prozent, da einige Ärzte, die möglicherweise auch die minderwertigen Implantate eingesetzt hatten, nicht mehr erreicht wurden. Außerdem sei nicht bekannt, wie viele deutsche Frauen im Ausland operiert wurden.

Bereits im Januar hatten Experten von bis zu 10.000 Frauen gesprochen, die in Deutschland vom Silikon-Skandal betroffen sein könnten.

Das BfArM hatte Patientinnen dazu geraten, sich die Billig-Implantate vorsichtshalber herausoperieren zu lassen.

Weltweit sollen zwischen 400.000 und 500.000 Frauen die minderwertigen Silikonkissen erhalten haben. Deren Silikon kann aus den Implantaten sickern, sich im Körper verteilen und Entzündungen auslösen.

Es wird befürchtet, dass dies das Krebsrisiko erhöht, was jedoch nicht bewiesen ist.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »