Ärzte Zeitung, 24.06.2013

Retrospektive Analyse

Häufige Gicht-Attacken, mehr NSAR-Probleme

MADRID. Akute Gichtattacken werden in Europa weit überwiegend mit NSAR behandelt. Dr. Fernando Perez-Ruiz aus Vizcaya, Spanien, konnte in einer retrospektiven Analyse von 904 Gichtpatienten zeigen, dass das Risiko für schwere gastrointestinale Ereignisse und das Risiko für akute renale Ereignisse wie etwa akutes Nierenversagen mit der Anzahl der Gichtattacken korreliert (Poster SAT 0359, EULAR 2013).

Auch für andere gichtbezogene Parameter, die für eine schwere Erkrankung sprechen, hielt diese Korrelation: Patienten mit polyartikulärer Erkrankung hatten häufiger gastrointestinale und renale Ereignisse, genauso Patienten mit sichtbaren Tophi.

Da die spanischen Ärzte sich vor allem für solche gastrointestinalen und renalen Ereignisse interessiert haben, die typische Nebenwirkungen von NSAR sind, interpretieren sie die gefundene Korrelation dahingehend, dass Patienten mit schwerer Gicht viel häufiger NSAR einnehmen und entsprechend anfälliger für NSAR-Nebenwirkungen sind.

Umgekehrt legten die Studiendaten die Vermutung nahe, dass eine therapeutische Absenkung der Harnsäure die Gefahr renaler und gastrointestinaler Ereignisse bei Gichtpatienten schon deswegen senke, weil dann weniger NSAR eingenommen werden müssten, so Perez-Ruiz. (gvg)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

TSVG-Dialog mit offenem Ende

Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteschaft haben beim mit Spannung erwarteten Dialog in Berlin die Klingen gekreuzt. Am Ende blieben Perspektiven für Kompromisse. mehr »

Suizidgefahr – Warnhinweis für die Pille

Die Pille und andere hormonelle Verhütungsmethoden sind in Deutschland weit verbreitet. Auf mögliche Folgen für die Psyche sollen Anwenderinnen künftig verstärkt hingewiesen werden. mehr »

Impfmuffel gefährden globale Gesundheit

Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. mehr »