Ärzte Zeitung online, 28.11.2017

Weitsprung

Amputierte Sportler im Vor- und Nachteil

Nach den Erfolgen von Oscar Pistorius und Marcus Rehm: Haben unterschenkelamputierte Weitspringer einen Vor- oder Nachteil gegenüber nicht behinderten Athleten? Jetzt gibt es dazu Studienergebnisse.

KÖLN. Eine internationale Studie hat ergeben, dass Weitspringer mit Beinprothese beim Absprung leicht im Vorteil gegenüber nicht behinderten Sportlern sind.

Forscher haben untersucht, ob unterschenkelamputierte Athleten gegenüber Sportlern ohne Unterschenkel-Prothese im Vor- oder Nachteil sind. Jetzt ist das dazugehörige Paper in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" (2017; online 22. November) erschienen.

Laut Studie haben Athleten mit Prothese eine andere, effektivere Absprungtechnik, die dem besten unterschenkelamputierten Athleten einen Leistungsvorteil von mindestens 0,13 m im Vergleich zu Athleten ohne Prothese verschafft. Gleichzeitig hatten Athleten mit einer Unterschenkelamputation jedoch auch 7,6 Prozent langsamere maximale Sprintgeschwindigkeiten von 9,38 m/s im Mittel, verglichen mit nicht-amputierten Athleten, die Spitzengeschwindigkeiten von durchschnittlich 10,15 m/s erzielten.

Langsamere Geschwindigkeiten würden einen Leistungsnachteil für den Weitsprung bedeuten. Bei den unterschenkelamputierten Athleten fanden die Wissenschaftler zwar langsamere maximale Sprintgeschwindigkeiten, aber bei beiden Beinen keinen Unterschied in der vertikalen Gesamtkraft im Vergleich zu Nicht-Amputierten.

Die Studie unter Beteiligung der Deutschen Sporthochschule Köln wurde bereits letztes Jahr erstellt. Das Ziel war, die Leistungen des amputierten Weitspringers Markus Rehm mit denen von Athleten ohne Behinderung zu vergleichen. Die Ergebnisse sollten Klarheit darüber verschaffen, ob ein gemeinsamer Start bei Wettkämpfen in Zukunft möglich sein kann. (ajo)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der Albtraum vom Nicht-Schlafen

Schlaflosigkeit lässt sich kaum nachweisen. Forscher zeigen: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien. mehr »

Vergessen Sie keine Labor-Kennnummer!

Mit der Laborreform haben sich Änderungen bei den Ausnahmekennnummern ergeben. Um nicht den Wirtschaftlichkeitsbonus zu gefährden, sollten Sie die neuen Regeln kennen - und insbesondere auf drei Punkte achten. mehr »

Ärzte wehren sich gegen Mehrarbeit für lau

Etwas mehr Geld für Hausbesuche, aber kaum mehr für die Ausweitung der Mindestsprechstunden - das bieten die Kassen an. Die Ärzte gehen auf die Barrikaden. mehr »