Ärzte Zeitung online, 21.08.2019

Kampagne

„Tanz dich fit“ für einen gesunden Rücken

Die richtige Bewegung beugt Rückenschmerzen vor. Eine gesunde Möglichkeit ist Tanzen. Die Kampagne „Tanz dich fit“ motiviert Menschen, sich zu bewegen.

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Gewinner in Aktion: Die zwölf Gewinnerpaare der Aktion „Tanz dich fit“ übten unter Anleitung der Musicaldarstellerin Frizzi Fiedler eine eigene kleine Choreographie ein.

© Detlef Overmann

HAMBURG. Die Kampagne „Tanz dich fit“ des Unternehmens Trommsdorff und des Bauer Verlags fand bereits zum dritten Mal statt. Dieses Jahr war auch der Fachverlag Springer Medizin dabei. Fast 1000 Leser der „Ärzte Zeitung“ hatten im Frühjahr die Sonderausgabe „Rücken-Spezial“ der Frauenzeitschrift „tina“ für ihr Wartezimmer angefordert.

Insgesamt hatten fast 5000 Personen am Preisausschreiben teilgenommen, davon gut 300 über die Auslage der „tina“ in den Arztpraxen. Zwölf Paare konnten ein Tanzwochenende in Hamburg mit Besuch des Musicals „Paramour“ in Hamburg gewinnen. Die Gewinner durften sich im Juli dabei auch selbst bewegen: Im Stage-Theater in der Speicherstadt – dort wo sonst die Castings für die Musicals stattfinden – haben sie selbst eine kleine Choreographie eingeübt. Angeleitet und motiviert wurden die 24 Neu-Künstler von der Choreographin und Musicaldarstellerin Frizzi Fiedler.

Den Nutzen vor allem des Tanzes für die Rückengesundheit verdeutlichte Dr. Joachim Merk im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“. „Tanzen fördert die aufrechte Körperhaltung, die muskuläre Balance und Kraft und Stabilität der Wirbelsäule“, so der Sport-Pädagoge und Physiotherapeut von der BG Klinik Tübingen. Zudem werden auch das Gleichgewicht, die Koordination, die Rhythmusfähigkeit, die Ausdauer und die Beweglichkeit gefördert. Das seien alles Dinge, die in der Physiotherapie jeden Tag mit Rücken-Patienten gemacht werden.

„Neben dem körperlichen Aspekt hat Tanzen auch viele psycho-soziale Aspekte“, ergänzte Merk. Das seien emotionale Aspekte durch die Musik und man mache es mit einem Partner oder in der Gruppe zusammen. „Das alles motiviert, auch regelmäßig dorthin zu gehen.“

„Tanz dich fit“ für einen gesunden Rücken

Die "Tanz dich fit"-Gewinner bei der eigenen "Choreo": Für die Kürze der Trainingszeit kann sich das Ergebnis sehen lassen.

© Detlef Overmann

Positive Erfahrungen bei Patienten mit Rückenschmerzen hat Merk mit Uridin-Monophosphat (Keltican® forte) gemacht. „Rund 90 Prozent der Rückenschmerzen sind unspezifisch, es gibt also kein organisches Korrelat.“ Die Ursachen seien letztlich immer eine gleiche Körperhaltung, wenig Aktivität und Bewegung, die Muskulatur verspanne, letztlich verklebten die Faszien. „Damit entsteht Druck auf Nerven, im Endeffekt werden so die Schmerzen ausgelöst“, so Merk zum Pathomechanismus.

Das Uridin-Monophosphat haltige Präparat fördere die Nervenregeneration, die Patienten bräuchten weniger Analgetika, die Schmerzmedikation könne leichter ausgeschlichen werden. „Man muss das Präparat eine gewisse Zeit einnehmen“, sagte Merk weiter. Es wirke nicht nach ein bis zwei Wochen, man müsse 30 bis 40 Tage einplanen.

Vorteil von Gelenksport wissenschaftlich gesichert

Der Physiotherapeut hat bereits in den 90er Jahren Hüftsport-Gruppen initiiert. Dabei trainieren Patienten mit Coxarthrose Kraft, Beweglichkeit und Koordination in der Gruppe. Sie erlangen damit auch die Fähigkeit, wieder Ausdauerbelastungen zu tolerieren. Mit der Sportmedizin der Uni Tübingen sei das wissenschaftlich evaluiert worden. Die Notwendigkeit einer Endoprothese könne nach hinten verschoben bzw. der Eingriff vorbereitet werden. Das tolle an dem Konzept sei, dass die Patienten sowohl vor der Op als auch mit dem neuen Hüftgelenk trainieren. Schließlich wisse jeder: je besser die Muskulatur trainiert ist, desto stabiler ist auch das Gelenk. „Und auch die Endoprothese muss stabilisiert werden“, erinnerte Merk.

Sowohl Coxarthrose-, Gonarthrose- als auch Prothesen-Patienten können in solchen Gelenk-Sportgruppen trainieren. Das könne vom Arzt unbudgetiert verordnet werden, da es über eine Rehasport-Verordnung mit dem Muster 56 gehen kann. „Wir sind noch lange nicht soweit, ein flächendeckendes Angebot zu haben, wie etwa bei Herzsport- oder Lungensport-Gruppen“, sagte Merk. Das sei jedoch das Ziel. (hub)

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