Ärzte Zeitung, 04.05.2004

Risedronat schützt langfristig Wirbelkörper vor Frakturen

Sieben-Jahres-Daten zum Nutzen des Bisphosphonates

WIESBADEN (awa). Das Bisphosphonat Risedronat wird in den Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) als eine Arznei erster Wahl zur Frakturprophylaxe bei Frauen nach der Menopause sowie bei älteren Patienten empfohlen. Das Bisphosphonat wirkt schnell und verhindert Frakturen anhaltend über sieben Jahre. Zusätzlich sollte als Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D behandelt werden.

"Zirka ein Prozent der Frauen in Europa zwischen 50 und 80 Jahren erleiden pro Jahr einen osteoporosebedingten Wirbelkörperbruch", berichtete Privatdozent Stephan Scharla aus Bad Reichenhall, beim Internistenkongreß in Wiesbaden.

Das Risiko weiterer Frakturen ist in den ersten sechs Monaten nach einer ersten vertebralen oder nicht-vertebralen Fraktur am höchsten. Deshalb ist es nach Angaben des Internisten wichtig, vor allem bei Frauen mit manifester Osteoporose dieses Risiko möglichst schnell zu senken.

Schon nach sechs Monaten Behandlung mit täglich fünf Milligramm Risedronat (Actonel®) gebe es in den Studien eine signifikante Reduktion weiterer Frakturen, so Scharla bei einem von den Unternehmen Aventis und Procter & Gamble ausgerichteten Symposium.

Nach einem Jahr Behandlung mit dem Bisphosphonat ist die Rate weiterer Wirbelkörperfrakturen bei postmenopausalen Frauen um 69 Prozent und die Rate nicht-vertebraler Frakturen um 74 Prozent im Vergleich zu Placebo vermindert. Auch bei Glukokortikoid-induzierter Osteoporose wirkt Risedronat schnell: Nach einem Jahr Therapie ist die Rate an vertebralen Frakturen um 70 Prozent vermindert.

Scharla wies darauf hin, daß Risedronat auch langfristig vor Frakturen schützt. In einer doppelblinden Studie erhielten Frauen in der Postmenopause fünf Milligramm Risedronat oder Placebo und zusätzlich Kalzium und Vitamin D. Das Risiko weiterer vertebraler Frakturen sank nach drei Jahren mit Risedronat im Vergleich zu Placebo signifikant um 49 Prozent und nach fünf Jahren um 59 Prozent.

Mittlerweile liegen von dieser Studie auch Daten nach sieben Jahren vor. Jeweils 80 Frauen aus beiden Gruppen nahmen an der Verlängerung der Studie teil, und die Frauen aus der Placebogruppe wurden auf Verum-Präparat umgestellt. Risedronat habe auch nach sieben Jahren anhaltend weitere Wirbelkörperfrakturen verhindert und sei in dieser Studie für diesen Zeitraum eine sichere und verträgliche Therapie, so Scharla.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »