Ärzte Zeitung, 17.05.2005

Strontium-Ranelat macht Knochen fester

Duale Wirkung fördert auch Elastizität der Knochen

BADEN-BADEN (ner). Mechanische Tests an Knochen von Tieren, die mit Strontium-Ranelat behandelt worden sind, haben eine deutlich gesteigerte Bruchfestigkeit und Elastizität ergeben. Grund dafür sind offenbar Veränderungen in der Struktur der Knochen unter der Behandlung.

Außer der Knochenmasse beinflussen auch die Geometrie und die Mikroarchitektur des Knochens dessen Stabilität, sagt Privatdozent Dr. Andreas A. Kurth aus Frankfurt am Main. Wie er bei der süddeutschen Orthopäden-Tagung in Baden-Baden berichtet hat, verändern sich alle drei Faktoren bei Zufuhr von Strontium-Ranelat.

Dies geht aus den Ergebnissen von Tierexperimenten hervor. So hätten das trabekuläre Volumen und die Trabekeldicke bei zwei Jahre lang behandelten Ratten zugenommen, ebenso die Trabekelzahl, so Kurth bei einem vom Unternehmen Servier unterstützten Symposium.

Mit Bruch- und Biegetests war die signifikant erhöhte Festigkeit und Elastizität der Knochen von behandelten im Vergleich zu unbehandelten Tieren nachgewiesen worden. Diese Resultate wurden bei weiblichen Ratten mit simulierter Osteoporose (Ovarektomie) bestätigt. In Kompressionstests nahm die Knochenfestigkeit im Vergleich zu unbehandelten Tieren um insgesamt 26 Prozent zu.

Außerdem könne man mit zunehmender Strontium-Dosis Knochenresorptionsprozesse aufhalten, sagte Professor Franz Jakob aus Würzburg. So habe man in Unterkiefern von gesunden Affen nach der Behandlung erhöhte Osteoblastenoberflächen und reduzierte Osteoklastenoberflächen gemessen - ein Zeichen für das duale Wirkprinzip des Arzneimittels.

Placebo-kontrollierte klinische Studien haben eine signifikant reduzierte Frakturrate bei Frauen mit Osteoporose in der Postmenopause ergeben, die Strontium-Ranelat (Protelos®) erhalten hatten. Dabei waren auch erhöhte Serum-Spiegel der alkalischen Phosphatase (AP) als Marker für die gesteigerte Osteoblastenaktivität festgestellt worden sowie verminderte Resorptionsmarker, was nach Angaben von Kurth den dualen Wirkansatz bei Menschen bestätige.

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