Ärzte Zeitung, 17.10.2005

Vitamin-D-Mangel ist bei Frauen mit Osteoporose fast die Regel

Bei alten Menschen ist auch die endogene Synthese des Vitamins verringert

DRESDEN (gvg). In unseren Breiten hat ein Großteil der Patientinnen mit Osteoporose einen Vitamin- D-Mangel. Auf dem Dresdner Rheumatologen-Kongreß wurde deswegen auf die große Bedeutung der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten hingewiesen.

Hausärztliche Beratung einer Frau mit Osteoporose. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, zu wenig mit Vitamin D versorgt zu sein. Foto: klaro

"Bei alten Menschen ist Vitamin- D-Mangel weit verbreitet", betonte Professor Ludger Pientka aus Herne. Zurückzuführen sei das auf mehrere Ursachen, die zusammenwirkten. Sie führen dazu, daß ein als unterer Grenzwert angesehener Serumgehalt an 25-Hydroxy-Vitamin D3 von 30 Nanogramm pro Milliliter von Osteoporose-Patientinnen oft nicht erreicht wird.

"Die endogene Synthese von Vitamin D ist im Alter geringer", so Pientka in Dresden. Dies gilt für die Synthese der inaktiven Vorstufe Cholecalciferol in der Haut, aber auch für die Umwandlung der Vorstufe in den aktiven Metaboliten 25-Hydroxy-Vitamin D3 in Leber und Nieren.

Auch mit dem zweiten wichtigen Faktor für eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung, der Sonnenlichtexposition, sieht es bei vielen alten Menschen nicht so gut aus, vor allem, wenn sie chronisch krank sind oder in Heimen wohnen. Und schließlich nehmen alte Menschen weniger Nahrung zu sich, also auch weniger Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel wie fetten Seefisch, Leber und Eigelb, so Pientka.

Epidemiologische Untersuchungen zur Vitamin-D-Versorgung zeigen das Ausmaß des Problems. So waren in einer internationalen Untersuchung von 1285 Frauen mit Osteoporose und einem Durchschnittsalter von 68 Jahren 59 Prozent mit Vitamin D unterversorgt. In Europa und Lateinamerika waren es gut 50 Prozent, im mittleren Osten sogar 81 Prozent der Frauen.

Pientka betonte vor diesem Hintergrund die Bedeutung einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung als Begleitmedikation bei einer Osteoporosetherapie. Empfohlen würden 400 bis 800 IE pro Tag, so Pientka auf der von der Firma MSD unterstützten Veranstaltung.

Das Unternehmen hat kürzlich die Zulassung für ein nur einmal wöchentlich einzunehmendes Kombipräparat aus 70  mg Alendronat und 2800 IE Vitamin D erhalten (Fosavance®).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »

Oft wird gechattet mit dem Arzt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »