Ärzte Zeitung, 04.05.2006

"Weckruf Osteoporose" - Kampagne für starke Knochen

Info-Mobil wird ab Montag durch 17 Städte touren

HAMBURG (hub). Am 8. Mai startet die Kampagne "Weckruf Osteoporose". Menschen über 50 Jahre sollen auf Risikofaktoren und Therapiemöglichkeiten aufmerksam gemacht werden. In 17 Städten werden dazu Aufklärungsaktionen mit einem Info-Mobil stattfinden (wie kurz berichtet).

Typischer Rundrücken bei einer Patientin mit Osteoporose und Wirbelfrakturen. Foto: ÄZ

"In Deutschland haben schätzungsweise acht Millionen Menschen über 50 Jahre eine Osteoporose, aber nur bei jedem zweiten ist sie diagnostiziert", sagte Dr. Jutta Semler aus Berlin auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline und Hoffmann-La Roche in Hamburg.

Ein weiteres Problem: "Zu wenig Patienten mit Osteoporose werden ausreichend behandelt, und zu wenig Patienten sind therapietreu", so Semler. 90 Prozent der Osteoporose-Patienten erhielten Analgetika, aber nur 17 Prozent Kalzium oder Vitamin D und nur jeder Zehnte ein Bisphosphonat.

"Kalzium und Vitamin D allein oder zusammen können das Frakturrisiko bei Osteoporose nicht senken", erinnerte Privatdozent Peymann Hadji vom Klinikum Marburg an die RECORD-Studie (Lancet 365, 2005, 1621). Dort hatten über 70jährige Patienten mit Kalzium oder/und Vitamin D genauso häufig Frakturen wie Patienten der Kontrollgruppe.

Ohne Osteoporose-spezifische Medikamente wie Bisphosphonate gehe bei Osteoporose nichts, so Hadji. "Mit diesen Arzneimitteln kann die Frakturrate halbiert werden." Doch der beste Wirkstoff nütze nichts, wenn die Compliance schlecht ist.

So brechen bei täglicher Einnahme eines Bisphosphonats zwei Drittel der Patienten nach einem halben Jahr die Therapie ab, bei wöchentlicher Einnahme noch jeder zweite, sagte Hadji. Nach den Ergebnissen einer Umfrage wünschen sich 71 Prozent der Frauen mit Osteoporose in der Postmenopause eine nur einmal monatliche Einnahme. Dieser Wunsch lasse sich mit der Monatstablette Ibandronat (Bonviva®) erfüllen, sagte Hadji. Seit kurzem ist der Wirkstoff auch als Dreimonats-i.v-Spritze erhältlich.

Jedes Jahr gibt es über 330 000 Knochenbrüche in Folge einer Osteoprose. Die jährlichen Kosten für Krankenhaus-Behandlung und Reha betragen 3,3 Milliarden Euro. Die beiden Unternehmen wollen mit der Kampagne für die Krankheit sensibilisieren und auf die Chancen einer Therapie aufmerksam machen.

Die Termine gibt es im Internet unter: www.weckruf-osteoporose.de

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