Ärzte Zeitung, 28.11.2008

Versorgung nach osteoporotischer Fraktur ungenügend

BOCHUM (ikr). Große Defizite in der Versorgung von Patienten mit Osteoporose-bedingten Frakturen haben deutsche Experten in einer aktuellen Studie festgestellt. Danach werden derzeit lediglich zwölf Prozent der betroffenen Patienten leitliniengerecht versorgt.

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Tobias Vogel von der Ruhr-Universität Bochum hat 409 unfallchirurgische Kliniken im gesamten Bundesgebiet zu Diagnostik und Therapie bei Osteoporose-bedingten Frakturen befragt (Der Unfallchirurg 11, 2008, 869).

Über 80 Prozent der Fragebögen wurden zurückgesandt. Demnach verfügten nur 115 Kliniken (35 Prozent) über ein standardisiertes Vorgehen hinsichtlich Diagnostik und Therapie bei Patienten mit osteoporotischen Frakturen. Eine Diagnostik nach den aktuellen Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) bieten nur 30 Prozent dieser Kliniken ihren Patienten an und 51 Prozent eine leitliniengerechte Therapie. Insgesamt versorgten nur 14 Kliniken (12 Prozent) ihre Patienten mit Frakturen gemäß den DVO-Leitlinien.

Wie die Forscher berichten, waren 59 Prozent der befragten Kliniken Universitätskliniken. 37 Prozent der 115 Häuser mit standardisiertem Vorgehen empfehlen ihren Osteoporose-Patienten Vitamin D und 34 Prozent Kalzium. 64 Prozent verordnen Bisphosphonate.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »