Ärzte Zeitung, 16.09.2009

Trainings-Mix: Starke Knochen und kaum Stürze

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ERLANGEN (ikr). Frauen über 65 Jahre können ihr Frakturrisiko durch regelmäßiges Körpertraining deutlich senken. Ergeben hat das eine Studie, in der Frauen zweimal pro Woche ein einstündiges Multifunktionstraining absolvierten. Werden Beinkräftigungsübungen auf Vibrationsplatten in das Training integriert, verringert sich vor allem die Sturzrate.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Simon von Stengel von der Universität Erlangen-Nürnberg hat 151 Frauen im Alter von durchschnittlich 68 Jahren untersucht (DMW 134, 2009, 1511). 50 Frauen nahmen einmal pro Woche für eine Stunde an einem Multifunktionstraining teil. Dazu gehörten Aerobic, Gleichgewichtstraining und funktionelle Kräftigung. 50 Frauen machten im Gegensatz zu den anderen Frauen in den letzten 15 Minuten Beinkräftigungsübungen auf einer motorbetriebenen Wippe (Vibrationsplatte). Die übrigen 51 Frauen gehörten zur Wellness-Kontrollgruppe. Sie machten lediglich einmal wöchentlich ein sanftes Gymnastik- und Entspannungsprogramm. Alle Studienteilnehmerinnen nahmen täglich 1500 mg Kalzium und 400 IE Vitamin D auf. Ermittelt wurden die Veränderung der Knochendichte und die Sturzrate.

Die Bilanz nach einem Jahr: In den beiden Trainingsgruppen hatte sich die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule besonders bei den Frauen mit klassischem Multifunktionstraining erhöht, und zwar um 1,7 Prozent und bei den Frauen mit Vibrationstraining um 1,2 Prozent. Gemessen wurde mit Hilfe der DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometrie)-Methode. In der Kontrollgruppe gab es keine Änderung. In der Hüftregion war die Knochendichte in beiden Trainingsgruppen konstant geblieben, in der Kontrollgruppe hatte sie hingegen abgenommen.

Bei Frauen, die das Vibrationstraining absolvierten, war die Sturzrate signifikant niedriger als bei der Kontrollgruppe: 0,4 versus 1,1 Stürze pro Studienteilnehmerin pro Jahr. Das bedeutet eine relative Risikoreduktion um 62 Prozent. In der Trainingsgruppe ohne Vibrationstraining betrug die Sturzrate 0,8 pro Person pro Jahr. Der Unterschied zur Kontrollgruppe war nicht signifikant.

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